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Wohnbau gewerblich/privat / 05/2011 / 73230 Kirchheim unter Teck
Modernisierung zum Passivhaus
Märchenhaus, Kirchheim unter Teck
Das bestehende, 3-geschossige Wohn- und Geschäftshaus wurde mit Passivhauskomponenten modernisiert. Der Jahresheizbedarf reduzierte sich somit um fast 90% auf 15kWh/m² im Jahr und erfüllt somit die Anforderungen an ein Passivhaus.
Märchenhaus, Kirchheim unter Teck
Modernisierung zum Passivhaus

Märchenhaus, Kirchheim unter Teck

Fakten
  • Bauherrschaft
    Privat
  • Generalplanung
    BANKWITZ ARCHITEKTEN
  • Leistungsphasen
    1-5 HOAI
  • Bauzeit
    08/ 2010 - 05/ 2011
  • Bruttogrundfläche
    889 m²
  • Kubatur
    3.073 m³
  • Wohnfläche
    546 m²


Das bestehende, 3-geschossige Wohn- und Geschäftshaus wurde mit Passivhauskomponenten modernisiert. Der Jahresheizbedarf reduzierte sich somit um fast 90% auf 15kWh/m² im Jahr und erfüllt somit die Anforderungen an ein Passivhaus.

Beschreibung des Projekts
Die Modernisierungsmaßnahme sah vor, das im Jahr 1975 errichtete Wohn- und Geschäftshaus in der Hahnweidstraße 26 umfassend energetisch zu sanieren. Neben der Aufwertung des Hauses zu einem Passivhaus wurde zudem ein umfangreiches Marketingkonzept ausgearbeitet, um am Beispiel des „Märchenhauses“ Interesse an der Thematik rund um Passivhäuser und deren Vorteile zu wecken.

Die unteren Geschosse des Bestandsgebäudes wurden typischerweise aus Beton und Mauerwerk gefertigt. Sowohl die beiden Obergeschosse als auch das Dachgeschoss wurden in Holzbauweise ausgeführt. Die Fassade bestand in großen Teilen aus asbesthaltigem Faserzement, da dieser in den 1970er Jahren noch üblich war. Es wurde eine Altlastensanierung notwendig.

Ziel der Maßnahme war es nun, den Jahresheizbedarf um fast 90% auf 15 kWh/m² zu reduzieren und somit die Anforderungen an ein Passivhaus zu erfüllen. Als Planungsgrundlage diente das hierfür erstellte Passivhaus Projektierungs Paket (PHPP).

Der gewünschte Standard konnte durch gedämmte Holzwandelemente, die vor die bestehende Fassade gestellt wurden, erreicht werden. Zudem wurden sowohl die Wohnungen als auch die Praxen im Erdgeschoss mit einer eigenen Lüftungsanlage mit Brauchwassererwärmung versehen. Das gesamte Gebäude wird ausschließlich über die Luft beheizt und kommt somit ohne weitere Heizungen aus. Zeitgleich wird durch die Lüftungsanlagen (mit 90% Wärmerückgewinnung) der Komfort in den Räumen erhöht und die Wärmeverluste durch Fensterlüftung reduziert. Im Zuge der Maßnahme wurde außerdem ein Aufzug errichtet, um den barrierefreien Zugang zu der Arztpraxis und den Wohnungen der Obergeschosse zu garantieren.

Insgesamt wird der Heizenergiebedarf durch die Modernisierung um ca. 86.000 kWh pro Jahr gesenkt, dies entspricht ca. 8.600 Litern Heizöl im Jahr. Der errechnete Heizenergiebedarf des Gebäudes beträgt künftig ca. 8.000 kWh im Jahr, was wiederum ca. 800 Litern Heizöl bei einer beheizten Fläche von 550 m² entspricht.

Besonderheiten
- Modernisierung eines Bestandsgebäudes zum hochmodernen Passivhaus
- Neben der regulären Planung, ebenso Entwicklung eines umfangreichen Marketingkonzeptes
- durch Vorfertigung der Holzwandelemente Verkürzung der Bauzeit auf ein Minimum
- Altlastensanierung: Asbest
- Durch Modernisierungsmaßnahmen Verringerung des CO2-Ausstoßes um 30 Tonnen; Einsparung
jährlicher Heizkosten von über 9.000 Euro
- Auszeichnung: „Bauen mit Holz - Sanierungspreis“