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Wettbewerbe / 07/2013 / 73333 Gingen an der Fils
Mehrfachbeauftragung
Erweiterung zum Bildungszentrum
Wettbewerb zur Erweiterung der Grundschule Gingen an der Fils um einen Verwaltungsanbau, eine Mensa und einen zweigruppigen Kindergarten zu einem Bildungszentrum.
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Erweiterung zum Bildungszentrum

Fakten


Wettbewerb zur Erweiterung der Grundschule Gingen an der Fils um einen Verwaltungsanbau, eine Mensa und einen zweigruppigen Kindergarten zu einem Bildungszentrum.

Beschreibung des Projekts
STÄRKUNG DES SCHULPROFILS "BILDUNGSZENTRUM"
Um dem Leitgedanken eines neuen Bildungszentrums in Gingen an der Fils erlebbar zu machen ist der wichtigste Entwurfsparameter die Einbindung die bestehende Gebäudestruktur von Grundschule, Schwimmhalle und Hohensteinhalle in ein ganzheitliches Konzept. Der Entwurf sieht die direkte Anbindung an den Bestand und die Umschließung des Pausenhofes zu einem gemeinsamen Außenraum für das neue Zentrum vor. Von diesem zentralen Treffpunkt können alle Nutzungseinheiten barrierefrei erreicht werden. Die neu gestaltete Spielstraße zwischen Bildungszentrum und Sporthalle mit verschiedenen Aktionsinseln und ausreichend Bewegungsflächen für freies Spielen ist gleichzeitig die Verbindung zwischen den verschiedenen Sportanlagen: Schwimmhalle, Hohensteinhalle und Kleinsportanlage. Das Schulgelände befindet sich am Rande des kleinteiligen Wohngebietes, geprägt von Ein- und Zweifamilienhäusern. Die bestehende Grundschule mit 3 Geschossen und Satteldach steht hier im starken Gegensatz. Der Entwurf staffelt sich in der Höhe von zwei zu einem Geschoss ab und vermittelt so zwischen Grundschule und Nachbarbebauung. Die Erschließung des Grundstückes und der Parkfläche erfolgt weiterhin über die Lindenstraße. Im überdachten Pausenbereich ist Aufenthalt und Spielen auch bei schlechtem Wetter möglich.

OFFENHEIT UND FLEXIBILITÄT ALS PÄDAGOGISCHES KONZEPT
Die neue Ganztagesbetreuung bildet das Bindeglied zwischen bestehender Grundschule und neuem Kindergarten. Mensa und Mehrzweckraum sowie beide GTS Räume sind zusammenschaltbar und bieten so unterschiedliche Rahmenbedingungen für verschiedene Unterrichtsformen wie Werkstattunterricht, Projektarbeit und selbständiges Lernen. Auch altersübergreifenden Aktionen von Kindergarten- und Grundschulkindern sind hier möglich. Synergieeffektive entstehen nicht nur nach innen sondern auch nach außen. Bildungspartner, Vereine und andere Organisation können die Räumlichkeiten nutzen – auch außerhalb der regulären Schulzeiten. Grundschule und Kindergarten können in dieser Zeit abgeschlossen werden, um unerwünschtes Betreten zu vermeiden. Der neue Kindergarten wird über den gemeinsamen Pausenhof erschlossen. Mehrzweckraum und Mensa werden witterungsunabhängig erreicht. Die Gruppenräume gliedern sich in Gruppen- und Kleingruppenbereiche auf unterschiedlichen Niveaus und bieten flexible Nutzungsmöglichkeiten. Da alle Gruppenräume nebeneinander liegen, können sie unterschiedlich zusammengeschaltet werden. Die Umsetzung eines offenen Konzeptes mit Themenräumen ist auch möglich. Der naturnah gestaltete Außenraum ist südöstlich orientiert und direkt von den Gruppenräumen aus erreichbar. Der schöne Pflanzen- und Baumbestand wird in die Gestaltung integriert. Die Erweiterung des Kindergartens ist nach Westen hin möglich.

GRUNDSCHULE BARRIEREFREI ERWEITERN
Die Verwaltung der Grundschule ist im ersten Obergeschoss geplant und liegt zentral zwischen Klassenzimmer und Ganztagesbereich im Erdgeschoss. Die großzügige Verglasung des Verwaltungsflurs gibt den Blick auf den Pausenhof frei. In einem zweiten Bauabschnitt ist im Anschluss an die Verwaltungsräume die Inklusion geplant. Die Gruppen-, Therapie- und Universalräume sind koppelbar und ermöglichen unterschiedliche Nutzungen. Die erforderliche Barrierefreiheit ist durch einen an das bestehende Treppenhaus angeschlossenen Aufzug sichergestellt.

FASSADE ALS VERBINDENDES ELEMENT
Es wird ein ganzheitliches Bildungszentrum geschaffen. Neben der Bildung einer städtebaulichen Einheit ist auch eine übergreifende Fassadenplanung wichtig. Der farbig gestaltete Baukörper der Schwimmhalle wird als Thema in die durchgehende Fassadenplanung übernommen und somit in das Gesamtensemble integriert. Auch im Erweiterungsbau werden einzelne Sondernutzungen farbig hervorgehoben und aus dem Baukörper herausgeschoben. Es ergibt sich ein munteres Farbenspiel und spannende Vor- und Rücksprünge über alle Seiten des Gebäudes hinweg. Als Grundstruktur ist bei der Erweiterung eine klassische Lochfassade geplant. Die gleichmäßigen Fensteröffnungen bilden den ruhigen Gegenpol zu den „Farbboxen“. Die Verglasungen sind gezielt entsprechend Nutzung im Gebäude, Aus- und Einblicken und der solaren Ausrichtung platziert.

ÖKOLOGIE UND WÄRMESCHUTZ
Unter einem nachhaltigen Gebäudekonzept verstehen wir nicht nur eine flexible Nutzung des Gebäudes. Nachhaltigkeit beinhaltet auch eine ressourcenschonende und energetisch optimierte Bauweise. Die Grundkonstruktion der Erweiterung bildet ein Stahlbetonskelettbau. Neben der flexiblen inneren Nutzung und dem erforderlichen Schallschutz werden hier Speichermassen für die Nachtauskühlung und den Sommerlichen Wärmeschutz ins Gebäude gebracht. Die Außenwände werden als vollgedämmte Holzrahmenbauwände bis zur Vorfertigung geplant. Durch den hohen Vorfertigungsgrad ist auch eine kurze Bauphase bei laufendem Betrieb möglich. Diese Bauweise ermöglicht bei relativ schlanker Konstruktion eine sehr hohe Energieeffizienz. Der Passivhausstandard kann hier problemlos erreicht werden. Als Ergänzung zur natürlichen Fensterlüftung schlagen wir dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung in den verschiedenen Nutzungszonen vor. Die frische Außenluft wird hierbei durch einen Erdkollektor vortemperiert. Alle Baustoffe werden nach den Kriterien des Voralberger Ökoleitfadens ausgeschrieben und eingebaut.