Sie befinden sich hier:
Öffentliche und Sonderbauten / 03/2017 / 69115 Heidelberg
Strangsanierung, Bauabschnitt I
Agentur für Arbeit, Heidelberg
Die Agentur für Arbeit in Heidelberg wurde circa 1980 errichtet. Da sich in den letzten Jahren immer häufiger Rohrbrüche an Wasserleitungen oder Verfärbungen des Trinkwassers ereigneten, wurden BANKWITZ ARCHITEKEN im Zuge des mit der Bundesagentur für Arbeit geschlossenen Planervertrags mit einer Strangsanierung beauftragt. Diese wird in zwei Bauabschnitten umgesetzt.
Agentur für Arbeit, Heidelberg
Strangsanierung, Bauabschnitt I

Agentur für Arbeit, Heidelberg

Fakten
  • Bauherrschaft
    Bundesagentur für Arbeit
    BA-Gebäude-, Bau- und Immobilienmanagement GmbH
  • Architektenleistung
    BANKWITZ ARCHITEKTEN
  • Leistungsphasen
    1 - 9 nach HOAI


Die Agentur für Arbeit in Heidelberg wurde circa 1980 errichtet. Da sich in den letzten Jahren immer häufiger Rohrbrüche an Wasserleitungen oder Verfärbungen des Trinkwassers ereigneten, wurden BANKWITZ ARCHITEKEN im Zuge des mit der Bundesagentur für Arbeit geschlossenen Planervertrags mit einer Strangsanierung beauftragt. Diese wird in zwei Bauabschnitten umgesetzt.

Beschreibung des Projekts
BESTANDSANALYSE:
Das Gebäude der BA-Heidelberg wurde ca. 1980 errichtet. Die sanitären Installationen bestehen aus: Abwasserleitungen; Rohren aus Gusseisen mit Muffen (GA-Rohre); Wasserleitungen, verzinkten Stahlrohre; Sanitären Einrichtungen aus Kristallporzellan. In der letzten Zeit ereigneten sich häufiger Rohrbrüche an den Wasserleitungen, Unbeweglichkeit der Absperrarmaturen, Verfärbung des Trinkwassers etc. Es wurde somit erforderlich, die Trinkwasserinstallationen zu erneuern, um die Vorschriften der aktuellen Trinkwasserverordnung an den einzelnen Entnahmestellen erfüllen zu können. Da die Trinkwasserleitungen in diesem Gebäude aber größtenteils in Wänden, Schächten, Vorsatzschalen oder Vormauerungen sowie in abgehängten Decken liegen, war es notwendig, diese zu öffnen. Dazu mussten die Sanitären Einrichtungen, Armaturen und Hygienegeräte demontiert werden.

Der Zustand und das Alter dieser Anlagenteile rechtfertigte keine Wiedermontage. Das Porzellan wieß, ebenfalls aufgrund der Korrosion der Wasserleitungen, Verfärbungen und Ablagerungen auf, welche aus hygienischer Sicht ebenfalls nicht unbedenklich bewertet wurden. Die Armaturen ließen sich teilweise nicht mehr zerstörungsfrei demontieren und hätten sich bei der Wiedermontage nicht mehr als dicht erwiesen. So war es erforderlich, auch die Sanitären Einrichtungen zu erneuern. Wir empfohlen außerdem, in diesem Zuge auch die Abwasserleitungen zu erneuern, da diese bereits mehrfach Rohrbrüche aufgewiesen hatten. Ebenfalls mangelhaft war die Hygiene der Trinkwasserleitungen aus Sicht der vorhandenen Stagnation in den Trinkwasseranlagen. Das Trinkwassersystem stand in direkter Verbindung mit dem Feuerlöschsystem. Dadurch waren die Trinkwasserleitungen überdimensioniert und wurden daher nicht richtig durchspült. Es bestand Gefahr der Kontamination des Trinkwassers durch Stagnation in diesen Leitungen.

MAßNAHMEN (AUSZUG):
Im Rahmen der vorgesehenen Arbeiten soll in den WC-Anlagen im Bereich Personaleingang (Kantine) EG bis 6. OG eine Strangsanierung durchgeführt werden. Die Herren-/ Damen- und Behinderten-WCs werden bis auf den Rohbauzustand rückgebaut.

Abwasseranlagen:
- Erneuerung der Schmutzwasserinstallationen in den umzubauenden Bereichen; Anpassung an neue Normen und Vorschriften
- Erneuerung der Regenwasserfallleitungen im Bereich der zu öffnenden Schächte

Wasseranlagen:
- Demontage des gesamten Wasserleitungsnetzes
- Einbau eines neuen Trinkwassersystems; dieses Trinkwasserversorgungsnetz ist autark und schlank, um so ein höchstmögliches Maß an Trinkwasserhygiene zu erhalten. Auslegung der als Ringsystem, um die Stagnationen im höchsten Maße zu minimieren.

WC-Bereiche, Sanitäre Einrichtungsgegenstände und Hygienegeräte:
- komplette Entkernung der WC-Bereiche
- Entfernung und spätere Wiederherstellung der Trennwandanlagen und teilweise der nichttragenden Innenwände
- Öffnung der Schachtwände
- Entfernen der bestehenden Fliesen an den Wänden wie auch am Boden
- sanitäre Einrichtungen aus Sanitärporzellan oder Edelfeuerton mit glatten und gerundeten
Oberflächen; diese sind leicht zu reinigen und zu desinfizieren
- Armaturen und Accessoires aus Messing, entsprechend der UBA Empfehlungen, mit verchromten Oberflächen (=stabil gegen Einwirkungen von Reinigungsmitteln).
- Ausbau und Erneuerung der abgehängten Decken, Türen und Fenster; Oberflächen (Bodenbeläge und Wandbeläge) aus Fliesen

Besonderheiten
- Umsetzung im laufenden Betrieb
- Es mussten Ausweichmöglichkeit für die WC´s geschaffen werden (besonders im barrierefreien Bereich)
- Aufgrund lärmintensiver Arbeiten Absprachen mit dem Nutzer notwendig