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Wettbewerbe / 02/2017 / 69115 Heidelberg
Offener Realisierungswettbewerb
Haus der Jugend
Mit dem von der Stadt Heidelberg ausgelobten Wettbewerb sollten die konzeptionellen und baulichen Voraussetzungen geschaffen werden, die eine zukunftsfähige Jugendarbeit gewährleisten. Aufgabe des Wettbewerbs war die Vorentwurfsplanung für die bauliche Neukonzeption eines sowohl inhaltlich als auch bautechnisch zukunftsfähigen „Hauses der Jugend“ und dessen freiraumplanerischer Einbettung in den städtebaulichen Kontext.
Haus der Jugend
Offener Realisierungswettbewerb

Haus der Jugend

Fakten
  • Bauherrschaft
    Stadt Heidelberg


Mit dem von der Stadt Heidelberg ausgelobten Wettbewerb sollten die konzeptionellen und baulichen Voraussetzungen geschaffen werden, die eine zukunftsfähige Jugendarbeit gewährleisten. Aufgabe des Wettbewerbs war die Vorentwurfsplanung für die bauliche Neukonzeption eines sowohl inhaltlich als auch bautechnisch zukunftsfähigen „Hauses der Jugend“ und dessen freiraumplanerischer Einbettung in den städtebaulichen Kontext.

Beschreibung des Projekts
Das Bestandsgebäude zeichnet sich durch seine sehr gute Lage aus. Die Nähe zu den angrenzenden Schulen führt dazu, dass das Jugendhaus sehr oft und gerne besucht wird. Durch das Angebot an unterschiedlichsten Aktivitäten fungiert das Jugendhaus als Treffpunkt für Kinder und Jugendliche jeden Alters. Der Entwurf sieht vor, das bestehende Gebäude aufgrund seiner alten Bausubstanz vollständig abzubrechen und durch zwei einzelne Baukörper zu ersetzen. Diese sind jedoch im Untergeschoss miteinander verbunden. Hierbei wird das vorhandene Geländeprofil durch die Neubauten berücksichtigt. Die Gebäude sind barrierefrei geplant.

GEBÄUDE 1:
Der Entwurf greift die Problematik der aktuellen Eingangssituation auf. Der großzügige, repräsentative Eingangsbereich orientiert sich nach Nord-Osten und begrüßt durch seine Offenheit die ankommenden Besucher. Durch den unverbauten Blick vom Parkplatz zum Jugendhaus, ist es möglich, sich zu orientieren und einen Überblick über das Gelände zu erhalten. Auf der Westseite der Gebäude gibt es Mitarbeiterzugänge und -parkplätze. Der Bereich zwischen Parkplatz und Haupteingang dient als wichtiger Aufenthaltsbereich. Die Besucher werden über die Terrasse zum Haupteingang geleitet und können sich bereits ein Bild über die bestehende Situation machen. Durch die Sitzmöglichkeiten und den belebten Außenbereich des Cafés entstehen verschiedenste Kommunikationsräume. Über die repräsentative Treppe im Eingangsbereich werden die Räume des Untergeschosses erschlossen. Dem Theatersaal ist ein großzügiger Empfangsbereich vorgeschaltet, in dem die Besucher die Möglichkeit haben vor der Vorstellung oder in den Pausen Getränke an der Theke einzunehmen und sich zu unterhalten. Der Bereich kann in den Abendstunden jedoch auch mit einer Doppelnutzung belegt werden. Hierbei fungiert der Bereich als Disco, in dem die Jugendlichen selbst Musik machen, tanzen und feiern können. Der Theatersaal wird multifunktional genutzt. Wichtigstes Element im Raum ist die von beiden Seiten bespielbare Bühne. Durch diesen außergewöhnlichen Entwurf kann das Theater ganzjährig und witterungsunabhängig genutzt werden. Neben dem klassischen Fluchtweg können die Personen auch über das Amphitheater hinweg schnellstmöglich aus dem Gebäude geführt werden. Durch die ovalen Oberlichter wird der Theatersaal auch mit Tageslicht beleuchtet. Umgekehrt dazu, fungiert das künstliche Licht im Inneren des Gebäudes am Abend als indirekte Beleuchtung des Außenbereichs. So wird eine romantische Atmosphäre auf der Terrasse geschaffen.

GEBÄUDE 2:
Im Untergeschoss lassen sich neben Sanitär-,Technik- und Lagerräumen auch Proberäume für Bands finden. Im Eingangsbereich des Gebäudes befindet sich ein kleiner Empfang, an dem ein Mitarbeiter des Jugendhauses alle Besucher begrüßen und Ihre Fragen beantworten kann. Von hier aus kann der Fitnessraum und der große Tanzraum erschlossen werden. Die Umkleiden und Sanitärbereiche lassen sich im nördlichen Teil des Gebäudes finden. Ebenfalls im Erdgeschoss gelegen ist die Kunst- und Holzwerkstatt. Dieser Bereich ist bewusst im hinteren Teil des Gebäudes gelegen und somit von den restlichen Nutzungen abgeschottet. Die Erschließung der Werkstatt ist nur von außen möglich. Durch den zweiten Eingang im Westen wird es möglich das gelieferte Material einfach abzuliefern. Ein kleiner, abgetrennter und überdachter Innenhof dient als Arbeitsbereich im Freien oder als zusätzlicher Stauraum. Der mittlere Bereich des Obergeschosses ist offen und hell gestaltet. Er verfügt über bequeme Sitzmöbel, Tischkicker und Bücherregale und dient somit als Aufenthaltsraum. Es gibt Büro- und Besprechungsräume mit Küche und WCs, sowie einen Computer-, Seminar- und Kinderraum. Sowohl von dem Seminar- als auch von dem Kinderraum aus ist es möglich auf die langgestreckte Terrasse hinaus zu treten. Die Terrasse ist zudem auch „Rampe“. So ist es möglich, dass die Kinder direkt hinunter in den Innenhof gelangen können, um dort zu spielen. Entweder zu Fuß oder über die angedachte Rutsche. Unter der Rampe ist eine kleine Abstellkammer für Gartengeräte geplant. Im Innenhof befindet sich ein Basketballplatz. Das Highlight stellt jedoch der Skatepark samt Kletterturm dar. Letzterer besitzt skulpturalen Charakter, windet sich an der Außenwand des Gebäudes hinauf und verdeckt so die Treppe und den Aufzug im Inneren. Zudem fungiert diese Kletterwand als Verbindung zwischen dem Gebäude und dem Außenbereich. Der Skatepark stellt eine zusätzliche Erweiterung hin zu den Grünflächen im Innenhof dar. Der Laubengang kann ebenfalls als Bank genutzt werden. Die Ausführung der beiden Gebäude ist in Beton angedacht. Die Terrasse am Haupteingang und der Laubengang werden in Holz ausgeführt. Da die Graffitis auf dem Bestandsgebäude von uns als positiv bewertet werden und für die Jugendlichen einen Ausdruck von Kreativität darstellen, soll dieses künstlerische Element auch in den Neubauten wieder seinen Platz finden. Der Entwurf sieht daher vor, dass die Betonwände wieder durch die Jugendlichen und deren Graffitis aufgewertet werden. Durch die selbst gestalteten Graffitis entsteht zusätzlich ein noch engerer Bezug zwischen den Jugendlichen und dem Jugendhaus.