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Wettbewerbe / 07/2017 / 73257 Köngen
Verhandlungsverfahren
Neubau Gemeinwesenhaus
Die Gemeinde Köngen beabsichtigt den Bau eines Gemeinwesenhauses, in dem verschiedene Nutzungen und Nutzergruppen in einem Haus zusammengeführt werden. Gegenstand des Wettbewerbs war es, Räumlichkeiten für die angrenzende Schule, für ehrenamtliche Tätigkeiten und für das Jugendhaus Trafo zu planen, wobei die schulische Nutzung des gesamten Gebäudes im Vordergrund stehen sollte.
Neubau Gemeinwesenhaus
Verhandlungsverfahren

Neubau Gemeinwesenhaus

Fakten
  • Bauherrschaft
    Gemeinde Köngen


Die Gemeinde Köngen beabsichtigt den Bau eines Gemeinwesenhauses, in dem verschiedene Nutzungen und Nutzergruppen in einem Haus zusammengeführt werden. Gegenstand des Wettbewerbs war es, Räumlichkeiten für die angrenzende Schule, für ehrenamtliche Tätigkeiten und für das Jugendhaus Trafo zu planen, wobei die schulische Nutzung des gesamten Gebäudes im Vordergrund stehen sollte.

Beschreibung des Projekts
ERLÄUTERUNGEN ZUM ENTWURF:
Das zu beplanende Grundstück zeichnet sich sowohl durch seinen Campus-Charakter als auch durch seine unmittelbare Nähe zur Natur aus. Während sich östlich an das Grundstück die beiden Schulgebäude der Burgschule Köngen mit zugehörigen Sportanlagen sowie ein Wohngebiet anschließen, lassen sich im Norden und Westen landschaftlich genutzte Grünflächen finden. Gemeinsam mit den bestehenden Schulgebäuden und den Freianlagen soll das neue Gemeinwesenhaus den Charakter der Schulanlage stärken und das Gelände aufwerten. Eine Schule muss immer Teil eines sozialen Netzes innerhalb einer Gemeinde sein. Der Entwurf sieht daher vor, im neuen Gemeinwesenhaus sowohl schulische Aktivitäten als auch weitere öffentlichere Nutzungen zusammenzuführen. Die Erschließung erfolgt bei schulischer Nutzung über den bestehenden Pausenhof der Burgschule Köngen, das Gemeinwesenhaus kann jedoch auch über die Burgwiesen erschlossen werden.

Der Entwurf wird der außergewöhnlichen Form des Grundstücks gerecht und der greift die vorhandene Topographie bei der Geschossigkeit der beiden Gebäudeteile entsprechend auf. So orientiert sich der Neubau sowohl an den vorhandenen Baugrenzen im Norden, Westen und Osten, richtet sich aber ebenso an den durch den Schulbau vorgegebenen Schrägen bzw. Achsen aus. Der Haupteingang auf der östlichen Seite nimmt die durch den bestehenden Schulbau vorgegebene Laufrichtung auf und bildet durch dessen Positionierung und Ausgestaltung eine einladende Eingangssituation aus. Der Zugang ist über zwei Stockwerke hinweg verglast und hebt sich so deutlich vom Rest des Gebäudes ab. Durch die offene Gestaltung ist die Eingangssituation bereits von außen klar ablesbar und begrüßt die ankommenden Schüler, Mitarbeiter und Besucher.

Das Erdgeschoss des Neubaus lässt sich in zwei Bereiche unterschiedlicher Nutzung teilen. Dabei bildet das Foyer den Mittelpunkt des Gebäudes und fungiert als Kommunikationsraum und Verbindungsglied zwischen den beiden Bereichen. Der nördliche Teil des Gebäudes ist eingeschossig. Dort befinden sich die Mensaküche samt entsprechenden Nebenräumen, die Sanitärbereiche sowie die Umkleidebereiche der Mitarbeiter. Um den Schulalltag nicht zu stören, erfolgt die Warenanlieferung an der nördlichen Gebäudeseite. Hier lässt sich auch der Mitarbeiterzugang finden.

Im Erdgeschoss des dreigeschossigen Gebäudeteils lässt sich der großzügige Multifunktionsraum mit Bühne finden. Dieser ist aufgrund mobiler Trennwände jederzeit flexibel abtrennbar und lässt sich so individuell an die unterschiedlichen Nutzerwünsche anpassen. Zudem kann der Multifunktionsraum zum Foyer hin geöffnet und so auch für größere Veranstaltungen genutzt werden. Unter dem Treppenraum lassen sich der Elektro- und Heizraum finden. Außerdem sind in diesem Gebäudeteil Lagerräume sowie Umkleiden bzw. Sanitärbereiche untergebracht.

Das Foyer dient ebenso als neue Mensa, die genügend Platz für die Schüler der Burgschule Köngen bietet. Der zweigeschossige Raum erstreckt sich vom östlich gelegenen Haupteingang bis zur westlichen Seite des Neubaus und bietet somit zwei verschiedene Ausblicke: zur Natur bzw. zur Terrasse und zum Schulhof hin. Diese Ausblicke lassen sich zudem von der repräsentativen Treppe genießen. Der großzügige Aufgang mit Sitzstufen erweitert die Bestuhlung des Foyers um einen ungezwungeneren Bereich. Durch flexible Holzelemente als Teil der Sitzstufen ist es möglich, diesen Bereich immer wieder neu zu bespielen. Der Werkstoff Holz kommt außerdem bei der Ausgestaltung der Essenausgabe zum Einsatz. Im Obergeschoss lassen sich drei Mehrzweckräume finden, die entweder über die Treppe aber auch über den vorhandenen Aufzug erschlossen werden können. Zudem ist es möglich, im breiten Galeriebereich eine weitere Bestuhlung der Mensa zu platzieren.

Ein weiterer Teil des neuen Gemeinwesenhauses stellt das Jugendhaus TRAFO dar. Dieses ist bewusst im Untergeschoss gelegen und daher von der schulischen Nutzung räumlich abgetrennt. Dortige Veranstaltungen oder ein erhöhter Lärmpegel durch Proben im Musikraum stören somit nicht die schulische Nutzungen. Das TRAFO kann sowohl über einen separaten Eingang von den Burgwiesen her aber auch über den Aufzug bzw. eine einläufige Treppe im Innenraum erschlossen werden. Vom Jugendcafé aus, welches das Herzstück des TRAFOs darstellt, lässt sich der großzügige Freibereich mit Terrasse erschließen. Durch die vorhandenen, großen Fensterflächen verschwimmen Innen- und Außenraum ineinander. Bei schönem Wetter besteht so die Möglichkeit, Veranstaltungen ins Freie zu verlegen, gemeinsam auf der Terrasse zu grillen oder einfach gemütlich auf den vorhandenen Sitzelementen zu verweilen.

Der Entwurf sieht vor, den Neubau in rot pigmentiertem Beton auszuführen. Die Farbe Rot lässt sich bereits an verschiedensten Stellen an den massiv wirkenden Bestandsbauten finden. Das Gemeinwesenhaus greift die Idee dieser Farbigkeit auf und stellt so eine Verbindung zwischen den einzelnen Bauten her. Zudem wird durch die Farbigkeit des Neubaus herausgearbeitet, dass es sich um einen wichtigen Baustein der sozialen Infrastruktur der Schule und der Gemeinde handelt. Durch den Kontrast zwischen dem Rot des Neubaus und dem Grün der umgebenden Natur entstehen spannende Kontraste. Je nach Wetterlage ändern sich eben diese, was ein spannendes Spiel zwischen Baukörper und dessen Umwelt entstehen lässt. Das gesamte Gebäude ist dank des vorhandenen Aufzugs und behindertengerechter WC-Bereiche barrierefrei gestaltet.

Das Energiekonzept sieht vor, das Gemeinwesenhaus mittels einer Fußbodenheizung zu beheizen. Diese verteilt die Wärme gleichmäßig über den gesamten Raum und hilft zudem beim Energiesparen. Eine ausgeglichene Temperaturverteilung im Raum ist wiederrum besonders wichtig für einen hohen Komfort innerhalb der Räumlichkeiten. Es wäre zudem von Vorteil die gesamte Schulanlage mit einer gemeinsamen Heizzentrale an ein Nahwärmenetz anzuschließen. Zur Kühlung des Gebäudes kommt eine Betonkerntemperierung der Decken zum Einsatz. Der Strom, der durch den größeren solaren Ertrag während der Sommermonate erwirtschaftet werden kann, wird hierzu verwendet. Zudem gewährleisten Sonnenschutzscreens ein angenehmes Innenraumklima im Sommer. Die Ostseite des Gebäudes wird außerdem mit Hilfe des vorhandenen Baumbestandes verschattet. Im Winter senken die solaren Erträge, die über die großflächige Glasfassade entstehen, den Heizbedarf. Auf dem Dach des dreigeschossigen Gebäudeteils ist die Lüftungszentrale angebracht. Die Lüftung erfolgt mit Wärmerückgewinnung, wodurch ebenfalls ein enormes Einsparpotential an Strom entsteht. Aufgrund der Gebäudekonfiguration ist es zudem möglich das Gemeinwesenhaus durch eine Querlüftung (Kamineffekt am Oberlicht gen Norden) natürlich zu belüften.