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Wettbewerbe / 09/2017 / 71634 Ludwigsburg
Offener Wettbewerb
Raumpioniere - Wohnen auf kleinstem Raum
Zum 300jährigen Jubiläum der Stadt Ludwigsburg lobte das Museum Ludwigsburg den offenen Wettbewerb "Raumpioniere – Wohnen auf kleinstem Raum" aus. Ziel des Wettbewerbs war es, durch ein temporäres Mikrohaus zur Neuaneignung eines zentralen Stadtraums und zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema zeitgemäßes Wohnen einzuladen.
Raumpioniere - Wohnen auf kleinstem Raum
Offener Wettbewerb

Raumpioniere - Wohnen auf kleinstem Raum

Fakten


Zum 300jährigen Jubiläum der Stadt Ludwigsburg lobte das Museum Ludwigsburg den offenen Wettbewerb "Raumpioniere – Wohnen auf kleinstem Raum" aus. Ziel des Wettbewerbs war es, durch ein temporäres Mikrohaus zur Neuaneignung eines zentralen Stadtraums und zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema zeitgemäßes Wohnen einzuladen.

Beschreibung des Projekts
Welche Ausstattung soll ein Apartment besitzen, damit ein Mensch unseres Jahrhunderts glücklich ist? Was braucht ein Mensch, um dort glücklich zu sein? Spielen die Raumgrößen dabei eine wirklich so große Rolle? Ist es möglich, von einem 50 m² Apartment in ein 8 m² großes Apartment zu ziehen und sich dort ebenso wohl zu fühlen? Konzept unseres Entwurfes ist es, nicht nur einen kleinen Wohnraum zu entwerfen, sondern auch Lösungsvorschläge für aktuell diskutierte Fragen der Wohnungswirtschaft zu liefern: Wie gehen wir mit der Wohnungsnot um? Wie können neuartige Wohnsysteme und speziell preisgünstiger Wohnraum in der Zukunft aussehen? Wie viele (der noch freien) Flächen sollen bebaut werden? Gibt es ein Limit?

Unser Ansatz: die Wohnungen sollen genauso flexibel, mobil und dynamisch sein, wie die neue Generation. Sie sollen sich an neue Lebensstile anpassen und sich gemeinsam mit ihren Bewohnern entwickeln können. Unser Entwurf sieht ein umweltfreundliches, modulares System vor, das die bestehende Grünfläche entlang der Stuttgarter- und Schlossstraße berücksichtigt und sogar erweitert. Eine Tragwerkskonstruktion mit daran befestigten Apartment-Boxen, hebt den Wohnraum ab vom Boden und Straßenraum und platziert ihn vielmehr in zunächst ungewöhnlicher Lage – im Luftraum.

Es werden unterschiedlich große Apartment-Boxen errichtet. Während der 8 m² große Raum ausreichend Wohnfläche für eine Person bereitstellt, kann das 11 m² Apartment von einem Paar bewohnt werden. Ein 17 m² großes Apartment (11 m² Grundfläche + 6 m² Zwischenebene) kann für eine Familie vollkommen ausreichend sein. Alle drei Beispiele sind mit einem Sanitärbereich, einer Kochfläche mit Esstisch, einer separaten Arbeitsecke, einer Garderobe und (mindestens) einem Schlafbereich ausgestattet. Flexible Möbel passen sich den jeweiligen Bedürfnissen der Bewohner an und machen es möglich, in solchen Raumgrößen zu wohnen.

Da das Tragwerk und die Apartment-Boxen als Aufzugsystem konstruiert werden, ist ein barrierefreier Zugang zu den Wohnungen jederzeit gegeben. Zudem kann jedes Apartment so weit hochgefahren werden, dass die Bewohner über eine Leiter vom Wohnraum aus direkt auf das Dach der Konstruktion -ihre eigene Dachterrasse- gelangen können. Diese Dachterrasse wird über jeder Box eingerichtet und dient nicht nur als urbaner Freibereich, sondern schützt die Apartments von Witterungseinflüssen wie starkem Regen, Schnee oder Sonne. Da nur die Dachterrassen selbst begrünt werden und die restliche Konstruktionsfläche transparent bleibt, fällt ausreichend Tageslicht in die Wohnräume ein.

Bei Bedarf soll die Möglichkeit bestehen, sein eigenes Apartment mitzunehmen und an einem anderen Ort wieder in eine Konstruktion einzusetzen. Durch ein solches System können sich die Apartment-Boxen immer wieder an die Lebenssituationen seiner Bewohner sowie den Bedarf bzw. die Entwicklungen in der gesamten Bevölkerung anpassen.

Wie werden wir unseren Entwurf Im Zuge der Museums-Ausstellung umsetzen?
Wir werden unseren Entwurf als Ausstellungsinstallation im Maßstab 1:2 realisieren. Die Hauptkonstruktion wird dabei aus Holz bestehen, die Außenverkleidung der Apartment-Boxen wird aus Doppelstegplatten und die Möbel aus Pappe gefertigt. Es wird die Möglichkeit geben, an der Installation und somit an den Boxen entlangzugehen und den Innenraum durch die Fensteröffnungen zu erkunden. Speziell in den Abend- und Nachtstunden, wenn die Apartment-Boxen von innen heraus beleuchtet sind und wie Lampions den urbanen Raum erhellen, entsteht eine ganz besondere Stimmung. Aber auch tagsüber werden die Apartment-Boxen neues Leben in die Stadt bringen und durch ihre Flexibilität immer wieder aufs Neue das Interesse der (vorbeifahrenden) Bevölkerung wecken.