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Wettbewerbe / 07/2013 / 75045 Walzbachtal
Nichtoffener Realisierungswettbewerb
Neubau Rathausneubau mit Bürgerbüro
Gegenstand des Wettbewerbs war ein Vorentwurf zur Bauwerksplanung für den Neubau des Rathauses der Gemeinde Walzbachtal sowie die Entwicklung von Ideen für die städtebauliche Neuordnung und Freiraumplanung des Rathausareals.
Neubau Rathausneubau mit Bürgerbüro
Nichtoffener Realisierungswettbewerb

Neubau Rathausneubau mit Bürgerbüro

Fakten


Gegenstand des Wettbewerbs war ein Vorentwurf zur Bauwerksplanung für den Neubau des Rathauses der Gemeinde Walzbachtal sowie die Entwicklung von Ideen für die städtebauliche Neuordnung und Freiraumplanung des Rathausareals.

Beschreibung des Projekts
STÄDTEBAU
Die bestehenden Gebäude entlang der Wössinger Straße sind giebelständig ausgerichtet. Das neue Rathausgebäude und der zusätzlich vorgeschlagene Stadtbaustein ordnen sich in Höhe und Struktur in den Bestand ein. Entlang des Neubaus sind der neue Bürgerplatz an der Wössinger Straße und der Rathausvorplatz angeordnet. Der maßstäbliche Bürgerplatz ist die neue Ortsmitte und kann für unterschiedliche Aktivitäten genutzt werden. Aufhalten, spielen, Märkte abhalten und Feste feiern sind einige der Möglichkeiten. Für den zu planenden Stadtbaustein wird eine kleine Gastronomie mit Außenbestuhlung vorgeschlagen. Eine Baumreihe grenzt die notwendigen Parkplätze ab und dient der Platzgliederung. Das Bürgerbüro ist über den Platz zugänglich, und sorgt für zusätzliche Belebung. Der Rathausvorplatz ist in zwei Zonen gegliedert. Zum einen der Treffpunkt vor dem Rathauseingang, der als Erweiterung des Foyers bei Veranstaltungen im Sitzungssaal genutzt werden. Zum anderen ein gefasster Außenraum, der als „freies Trauzimmer“ genutzt werden kann.

ERSCHLIEßUNG
Die Wegeverbindung zwischen den öffentlichen Einrichtungen (Kirchen, Festhalle, Friedhof, Kindergarten etc.) ist sowohl in Ost West – als auch in Nord Süd – Richtung mit der neu gestalteten Platzfolge gegeben und wird zum zentralen Erschließungselement in der Gemeindemitte. Stellplätze für Kurzparker, Car-Sharing und E-Mobile vorgesehen. Zusätzliche Mitarbeiterstellplätz sind neu entlang dem Seilerweg angeordnet. Die geforderte Gesamtzahl von 32 Parkplätzen auf dem Planungsgebiet können nachgewiesen werden. Die vorgeschriebene Anzahl von 17 Mitarbeiterstellplätzen wird erfüllt.

NUTZUNG
Das neue Rathaus besteht aus zwei Bauteilen, einem Sockel und einem darüber liegenden Rechteckkörper. Im Sockel befinden sich die bürgernahen Nutzungen, die direkt vom Platz barrierefrei erreicht werden können. Daran angeschlossen ist die Dienstleistung mit Post und Schreibwaren. Alle notwendigen Besorgungen können zentral erledigt werden. Über die Freitreppe und über den innenliegenden Aufzug gelangt man in den Sitzungssaal. Das vorgeschaltete Foyer ist an den Rathausvorplatz angeschlossen. In den oberen Geschossen befinden sich alle weiteren Sachgebiete, die über das zentrale Treppenhaus erreicht werden. Die nach Süden ausgerichteten Büros werden über einen breiten multifunktionalen Flurbereich erschlossen. Kommunikationszonen, Teeküchen, Kopie- und Sanitärräume sind hier angeordnet. Die Technik verläuft zentral über alle Geschosse mit direkter Anbindung an den Aufzug.

KONSTRUKTION UND FASSADE
Der Sockel ist massiv aus Stahlbeton geplant. Die Natursteinfassade korrespondiert mit dem Platzbelag und verbindet Gebäude und Platz zu einer Einheit. Der holzverkleidete Rechteckköper über dem Sockel ist in Holzrahmenbauweise geplant. Ein besonderes Merkmal ist das hinter der Fassadenverglasung sichtbare Fachwerk. Eine Anlehnung an traditionelle Fachwerkbauten. Darüber hinaus ermöglichen die tragenden Außenwände ein stützenfreies Gebäude. Die Büroaufteilung bleibt flexibel und kann sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen.

MAXIMALE WÄRMEBEWAHRUNG
Die Obergeschosse sind als ökologischer Holzbau mit natürlichen, recyclefähigen Materialien geplant. Der Vorteil dieser Bauweise liegt neben dem ökologischen Mehrwert in den schlanken Konstruktionen der Außenwände und auch bei der Auskragung des Gebäudes. Die Wärmebrücken bei Gebäudeversprüngen sind nicht vorhanden, die Thermische Hülle ist kompakt und durchgehend, eine luftdichte Hülle kann sauber durchgeplant und ausgeführt werden. Um die Speichermasse im Gebäude zu erhöhen, sind die Decken als Holzbetonverbunddecken geplant.

PASSIVE SOLAR-ENERGIENUTZUNG
Verschattende Faktoren sind durch die Anordnung des Baukörpers auf dem Grundstück kaum vorhanden. Große Verglasungen sorgen für solare Gewinne im Winter und der Übergangszeit. Ein Witterungs- und Tageslichtgesteuerter Sonnenschutz verhindert unabhängig vom Nutzer eine Überhitzung im Sommer.

ENERGIEEFFIZIENTE HAUSTECHNIK
Eine zentrale reversible Sole-Wasser-Wärmepumpe sorgt für ein durchgehend angenehmes Klima im Gebäude. Das Erdreich wird als Wärmespeicher hinzugezogen. Die konstante Temperatur im Erdreich erhöht die Leistungsfähigkeit der Wärmepumpe im Winter zur Beheizung, im Sommer können die Büroflächen leicht gekühlt werden, so dass eine Überhitzung nicht stattfindet. Die hygienisch erforderliche Lüftung im Gebäude wird durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gewährleistet. Die Lüftungswärmeverluste werden somit auf ein Minimum reduziert, das Lüftungssystem ist unabhängig vom Nutzer. Der Warmwassergebrauch in dem Gebäude wird sehr gering sein. Eine zentrale Warmwasserversorgung macht wenig Sinn, da die Wärmeverluste durch die Zirkulation zu hoch sind. Folgerichtig sind die Sanitärkerne dezentral mit elektrischen Durchlauferhitzern ausgestattet.