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Wettbewerbe / 02/2012 / 21785 Neuhaus
Beschränkte Ausschreibung nach Teilnahmewettbewerb
Neubau Wildparkhaus
Die Niedersächsischen Landesforsten entschieden sich dazu, ein repräsentatives Holzgebäude -das "Wildparkhaus"- zu errichten. Es dient als Multifunktionsgebäude, das zugleich Besucherzentrum, Touristik-Information sowie Sitz der Wildparkverwaltung und Geschäftsstelle mit Ausstellungsraum des Zweckverbandes Solling-Vogler ist. Ein Gastronomiebetrieb rundet das Angebot ab.
Neubau Wildparkhaus
Beschränkte Ausschreibung nach Teilnahmewettbewerb

Neubau Wildparkhaus

Fakten


Die Niedersächsischen Landesforsten entschieden sich dazu, ein repräsentatives Holzgebäude -das "Wildparkhaus"- zu errichten. Es dient als Multifunktionsgebäude, das zugleich Besucherzentrum, Touristik-Information sowie Sitz der Wildparkverwaltung und Geschäftsstelle mit Ausstellungsraum des Zweckverbandes Solling-Vogler ist. Ein Gastronomiebetrieb rundet das Angebot ab.

Beschreibung des Projekts
Das neue Wildparkhaus ist Auftakt und Identifikationsmerkmal des Wildparks. Das Besucherzentrum bildet eine Kante entlang des Fuß- und Radweges und gibt den Blick auf die neuen Lebensräume im Außenbereich frei. Der Besucher wird am Parkplatz über eine Freitreppe mit Rampen in das Zentrum geleitet. Das Naturerlebnis beginnt bereits beim Betreten des Gebäudes. Mit der Stützenreihe aus geschälten Baumstämmen vor der Fassade wird der Wald assoziiert.

TOPOGRAPHIE
Das Gebäude ist in die Topographie eingebettet. Im Außenbereich wird das Gelände mit Natursteinmauern gefasst und neu gestaltet.Die Geländetopografie ist auch im Inneren spürbar. Der Besucher wird dabei über verschiedene Ebenen in und durch das Gebäude geführt und erhält gleichzeitig alle wichtigen Naturinformationen im Service- und Ausstellungsbereich. Der Höhenunterschied von ca. 2,70m vom Parkplatz bis in den Gastraum kann barrierefrei überwunden werden. Die Dachneigung passt sich ebenfalls dem Gelände an und ist so geneigt, dass auch die oberste Ebene eine angenehme Raumhöhe im Lichten aufweist.

WEGEFÜHRUNG UND ZONIERUNG
Das Gebäude empfängt die Besucher schon am Parkplatz und leitet sie in den Park. Mit Zugang zum neuen Gebäude hat man einen Überblick über das Wildparkgelände. Gefiltert wird die Aussicht über eine vorgelagerte Stützenreihe aus geschälten Baumstämmen. Diese verdeutlichen zum einen den Holzbau, zum anderen symbolisieren sie den Wald. Man betritt mit dem Wildparkhaus bereits den Wildpark. Das neue Wildparkhaus ist klar in einen öffentlichen und einen internen Bereich gegliedert. Der interne Bereich mit Back-Office und Gastronomie befindet sich im geschlossenen Holzkörper. Die Anlieferung erfolgt von Norden und ist vom Eingang und Foyer nicht einsehbar. Der öffentliche Bereich mit Publikumsverkehr öffnet sich mit einer großzügigen Verglasung zum Park und ermöglicht einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen. Beide Bereiche werden durch die einzige tragende Innenwand getrennt. Diese Wand hat, wo notwendig, großzügige Öffnungen und bietet eine Oberfläche für Informationen und Ausstellungen. Durch Aus- und Durchblicke werden beide Bereiche miteinander verzahnt.

ENERGIE
Die energetische Grundversorgung des Gebäudes erfolgt über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Als Heizflächen wird eine Niedertemperatur-Fußbodenheizung eingesetzt. Der zentral angeordnete Stückholzofen unterstützt die Heizung. Eine zentrale Lüftungsanlage im Technikraum minimiert die Wärmeverluste des Gebäudes, eine Leitungsverteilung erfolgt über abgehängte Decken im Bereich des Holzkörpers. Die öffentlichen Foyerflächen werden über Wandauslässe in der Brettstapeltrennwand mit Frischluft versorgt. Das geplante Gebäude liegt energetisch ca. 30% unter den Anforderungen der gültigen ENEV.

MATERIAL
Dem geplanten Neubau liegt ein klares Material- und Farbkonzept zu Grunde. Der öffentliche Bereich auf der Südseite des Gebäudes wird durch die sichtbaren Holzoberflächen (Fichte) der tragenden Innenwand einerseits und die großzügigen Südverglasungen andererseits geprägt. Dem internen Bereich verleihen weisse Wandoberflächen einen eigenen Charakter und wirken hell und freundlich. Die Decken in allen Bereichen sind weiss, teilweise mit Akustikmaßnahmen. Die Böden (ausgenommen Sanitär- und Küchenbereiche bzw. Technik) haben als Bodenbelag einen Industrieparkett in Eiche.

KONSTRUKTION
Bei der Konstruktion des Gebäudes liegt der Schwerpunkt auf die Verwendung von natürlichen Materialien. Die tragenden Außenwände des Holzkörpers bestehen aus einer vorgefertigten mit Zellulose ausgeflockt Holzrahmenkonstruktion. Die äußere Hülle ist mit einer Nut- und Feder Bretterschalung mit minimierten Fugen versehen, so dass der Eindruck eines monolithischen Holzkörpers verstärkt wird. Die eine tragende Innenwand bleibt als Brettstapelwand zum öffentlichen Bereich hin sichtbar. Der Holzkörper ist auch im Innenraum ablesbar. Die Dachkonstruktion ist als Holzbalkendecke mit Aufdachdämmung konzipiert.