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Wettbewerbe / 05/2017 / 87660 Irsee
Verhandlungsverfahren
Neubau "Alte Küferei", Kloster Irsee
BEAUFTRAGUNG

Das Schwäbische Bildungszentrum Irsee beabsichtigt, die barocke Klosteranlage Kloster Irsee, die als Bildungszentrum bewirtschaftet wird, zu erweitern. BANKWITZ ARCHITEKTEN wurden mit den Planungsleistungen dieser Maßnahme betraut.
Neubau "Alte Küferei", Kloster Irsee
Verhandlungsverfahren

Neubau "Alte Küferei", Kloster Irsee

Fakten
  • Bauherrschaft
    Kloster Irsee Tagungs- und Bildungszentrum


BEAUFTRAGUNG

Das Schwäbische Bildungszentrum Irsee beabsichtigt, die barocke Klosteranlage Kloster Irsee, die als Bildungszentrum bewirtschaftet wird, zu erweitern. BANKWITZ ARCHITEKTEN wurden mit den Planungsleistungen dieser Maßnahme betraut.

Beschreibung des Projekts
ERLÄUTERUNGEN ZUM ENTWURF:
Der Neubau der Küferei entwickelt sich aus dem Gesamtkomplex der Klosteranlage. Geplant ist ein 4-geschossiger Neubau, direkt angrenzend an das bestehende Sommerhaus. Das Gebäude beherbergt Gästezimmer, Büroräumlichkeiten und einen Tagungssaal, den Gartensaal im Erdgeschoss. Die Erschließung erfolgt für die Gäste des Kloster Irsee barrierefrei über das Sommerhaus oder im Erdgeschoss des Neubaus. Anlieferung und Bedienung der technischen Räume kann barrierefrei vom Nordosten des Neubaus erfolgen, wo aufgrund des Geländeverlaufs ein direkter Zugang geschaffen werden kann. Ein gläsernes Treppenhaus wird an die Südostfassade des Sommerhauses angeordnet und erfüllt somit die Funktion des 2. Rettungsweges für das Bestandsgebäude. Ein Aufzug, der in den Neubau integriert wird, dient der barrierefreien Erschließung des Sommerhauses und der Küferei.

RÄUMLICHKEITEN:
Das Erdgeschoss des Neubaus bietet Raum für den Gartensaal, einen mit mobilen Wänden teilbaren Tagungsraum. Dieser kann in 2 unterschiedlich große Tagungsräume, in einen ca. 170m² großen Raum, oder in drei unabhängig voneinander nutzbare Räume unterteilt werden. Ein großzügiger Lobbyraum kann bei Veranstaltungen dem Tagungsraum hinzugeschlagen werden. Der Haupteingang liegt im Bereich des Treppenhauses. Um den Gast zum Eingang zu leiten wird die Erdgeschossfassade ein wenig eingerückt, und schafft somit einen überdachten Bereich vor dem Gartensaal. Diesen definieren wir als die „Bühne“, da der vor der Küferei entstehende Vorplatz und diesem zugewandte Hang eine perfekte Lage für Freiluftveranstaltungen bietet. Der Entwurf schlägt vor, diesen Hang als eine landschaftliche Zuschauertribüne zu definieren und somit eine Vielzahl an Veranstaltungsmöglichkeiten für den Gartensaal zu eröffnen. Um die Wirkung der Bühne zu verstärken, wird die Decke im Lobbyraum nach Außen geneigt, um das Blickfeld vom Innenraum zu weiten und von außen zu bündeln.

Entgegen den genannten Rahmenbedingungen für den Entwurf, schlagen wir vor die Nutzung der oberen Geschosse ein wenig anders zu verteilen. Das erste und das zweite Obergeschoss werden für Büroflächen verwendet, das Dachgeschoss beherbergt die Gästezimmer. Grund für diese Verteilung ist eine hochwertige und attraktive Gästezimmergestaltung aufgrund der Geometrie des Dachgeschosses und ein besonderer Ausblick auf die Anlage des Klosters Irsee. Das erste und das zweite Obergeschoss bilden vergleichbare Räumlichkeiten, die weder in der Raumhöhe, noch in der Belichtungsweise differenzieren und erscheinen als besser geeignet für eine Büronutzung. Die Büroflächen können sehr flexibel geplant werden. Es sind Einzel- und Doppelbüros, Büros mit mehreren Arbeitsplätzen und ein Großraumbüro geplant werden, ganz nach Wunsch und dem Bedarf des Nutzers. Die Tiefe des Neubaus sorgt für unterschiedliche mögliche Konstellationen. Der Mittelbereich des Geschosses wird als breiter Versorgungsflur gestaltet, mit Teeküche, Druckerraum, Bibliothek etc. Zu beiden Seiten des Flures können Büroräume, Besprechungsräume und Aufenthaltsräume angeordnet werden.

Das Dachgeschoss des Hauses ist ein unregelmäßiges Walmdach, mit eingesetzten Dachgauben. Jedes Gästezimmer erhält eine eigene Dachgaube, die im Zimmer so angeordnet wird, dass Sie als Sitzbereich genutzt werden kann. Diese soll den Gast zum Genießen des Ausblickes auf die Landschaft einladen. Die 6 Doppelzimmer werden zur Südwestfassade orientiert, die 4 Einzelzimmer zur Nordostfassade.

Das Kellergeschoss des Neubaus kann aufgrund des Geländeverlaufs sehr geschickt vom Nordosten ebenerdig erschlossen werden. Die dort schon vorhandenen Parkplätze und der Zufahrtsweg kann sehr gut zur Anlieferung des Hauses genutzt werden, sowie Parkplatzmöglichkeiten für die Mitarbeiter bieten. Im Kellergeschoss finden alle notwendigen Lagerräume Platz, sowie die Haustechnik und Sanitärräume für den darüber liegenden Gartensaal. Der Sanitärbereich des Gartensaales erhält noch eine zusätzliche interne Erschließung über eine einläufige Treppe. Das Kellergeschoss kann natürlich auch barrierefrei über den Aufzug erschlossen werden.

MATERIALITÄT:
Das Gebäude erhält eine zweischalige Backsteinfassade mit Verblendmauerwerk aus Handformziegel. Das nur sich selbst tragende Verblendmauerwerk ist durch Edelstahlanker mit der tragenden Innenschale befestigt. Zwischen den beiden Wandschalen angeordnete Wärmedämmschichten optimieren den Wärmeschutz. Die Fensterelemente erhalten einen Leibungsrahmen aus beschichtetem Flachstahl. Der Flachstahl wird ebenfalls zur Verkleidung der Dachgauben genutzt.

INNENRÄUME:
Der Tagungsaal wird von einer Komposition aus Naturmaterialien gestaltet. Holzoberflächen sind zum Teil an den Wänden zu sehen, die Abhangdecke erhält eine komplette akustisch wirksame Holzdecke, die mit Haus und Medientechnik bestückt werden kann. Es werden Vorhänge vorgesehen, um den Raum komplett abdunkeln zu können. Diese sind aus einem schwerentflammbaren Filzstoff, der zur Akustik und der Behaglichkeit im Raum beiträgt. Die Vorhänge können nach Bedarf komplett hinter an der Außenwand vorgebauten Holzelementen verstaut werden. Der Bodenbelag im Gartensaal aus Nadelfilz unterstützt die schalldämmenden Eigenschaften und rundet die Gestaltung ab. Im Lobbyraum wird der Bodenbelag bewusst unterschieden und der Außenpflasterbelag aufgenommen, um den Vorbereich, die „Bühne“, in das Haus zu integrieren.

Die Gästezimmer im Dachgeschoss werden von den Sitznischen in den Dachgauben dominiert. Die Möblierung der Zimmer soll in hochwertigem Massivholzmöbel erfolgen, zum Beispiel aus Eiche, mit geölter oder gewachster Oberfläche. Die Doppelzimmer erhalten ein 2,00 x 2,00 großer Bett, Welches als Einzelstück oder aus zwei Einzelbetten (diese 1,00x2,00m) bestehen kann. Ein Tisch und Sitzmöglichkeit, sowie eine Mediawand mit Fernseher werden vorgesehen. Eine Garderobe mit Schrank und einer Kofferablage finden im Eingangsbereich Platz. Ein geschlossenes Bad mit ebenerdiger Dusche, WC und Waschtisch sind in die Zimmergestaltung integriert. Die Einzelzimmer erhalten im Gegensatz zu den Doppelzimmern eine aufgelöste Nasszelle. Dort wird der Waschtisch in das Schlafzimmer integriert, erhält aber eine eigene Nische mit dem Garderobenbereich. Lediglich das WC und die Dusche sind in einem separaten Raum angeordnet.