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18-07-2017 / Allgemein
Martinskirche Bauabschnitt II - Werkstattbesuch Fa. Rothkegel
DETAILS!
Am 11. Juli 2017 erhielten Interessierte die Möglichkeit, sich bei einer Exkursion über den Fortschritt der Restaurierungsarbeiten der Chorfenster zu erkundigen. Bei dem Besuch der Firma Rothkegel in Würzburg konnten die Fenster aus nächster Nähe betrachtet werden. Dabei beeindruckte besonders der hohe Detailgrad sowie die Feingliedrigkeit der einzelnen Fensterelemente. Impressionen und Detailaufnahmen der Chorfenster der Martinskirche finden Sie hier.
Martinskirche Bauabschnitt II - Werkstattbesuch Fa. Rothkegel

DETAILS!

Am 11. Juli 2017 erhielten Interessierte die Möglichkeit, sich bei einer Exkursion über den Fortschritt der Restaurierungsarbeiten der Chorfenster zu erkundigen. Bei dem Besuch der Firma Rothkegel in Würzburg konnten die Fenster aus nächster Nähe betrachtet werden. Dabei beeindruckte besonders der hohe Detailgrad sowie die Feingliedrigkeit der einzelnen Fensterelemente. Impressionen und Detailaufnahmen der Chorfenster der Martinskirche finden Sie hier.

Für den Erhalt der Martinskirche trägt die Evangelische Gesamtkirchengemeinde schon seit vielen Generationen die Verantwortung. Der Erhalt des Gebäudes für kommende Generationen soll durch eine Instandsetzung und Modernisierung sichergestellt werden. Nach eingehenden Untersuchungen der vorhandenen Bausubstanz wurde ein Gesamtkonzept für die Instandsetzung entwickelt, das unser Büro seit 2012 schrittweise umgesetzt.

Während der erste Teil der Maßnahmen aus dem Gesamtpaket die Instandsetzung und Modernisierung des Kirchendaches umfasste, wird im Bauabschnitt II seit Anfang 2016 die Fassade der Martinskirche saniert.

Eine besonders wichtige Maßnahme stellt hierbei die Sanierung der drei farbigen Fenster des Chors dar. Das mittlere, zum Reformationsgedanken 1883 eingebaute Glasfenster sowie die beiden seitlichen Glasfenster von 1904, mit Szenen aus dem Leben Jesu, werden von der Glasrestaurierungs-Firma Rothkegel in Würzburg fachmännisch restauriert. Die langjährige Erfahrung der dortigen Restauratorin, Petra Ullrich, ist gefragt, um Schäden der vergangenen Jahrzehnte zu identifizieren und fachgerecht zu beseitigen. Dabei besteht ein enger Kontakt mit Fachleuten der Denkmalpflege, welche durch regelmäßige Besuche in der Werkstatt die weitere Vorgehensweise am Objekt beraten. Nach dem Urteil der Fachleute hat sich herausgestellt, dass die Glasmalereien der Chorfenster von weit höherer künstlerischer Qualität sind als zunächst angenommen!

Während zunächst die farblosen Fenster des Chores gereinigt, defekte Gläser ausgetauscht und mit einem Montagerahmen aus Messing versehen wurden, galt es, die vorliegenden Schäden an den Malereifenstern kenntlich zu machen, zu kartieren und natürlich weitestgehend zurückzuführen. Das größte Rätsel gab und gibt ein nicht eingebrannter Überzug aus Kalk-Kaseinfarbe auf, welcher mit Ausnahme von Gesichtern und Händen beinahe flächig auf dem Chorscheitelfenster aufliegt. Nach eingehender Begutachtung stellte sich heraus, dass dieser Überzug eine fehlgeschlagene Reinigungsmaßnahme überdecken soll, bei welcher das Scheitelfenster mit scharfen Reinigungsmitteln unbekannter Art abgewaschen wurde und die originalen Malschichten zerstört wurden. Der Kaltüberzug soll diesen Fehler kaschieren. Dieser Überzug soll jedoch auf den Fenstern verbleiben, da er zur Geschichte der Fenster gehört und ein Zeugnis des allgemeinen Umgangs mit Glasmalereien in der Vergangenheit ist.

Es war sehr interessant zu sehen, wie viel Arbeit, Geduld und Fachwissen hinter einer solchen Fenstersanierung steckt! Klasse!