Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen

Martinskirche Bauabschnitt II, Kirchheim

Fakten
  • Bauherrschaft
    Evangelische Kirchenpflege
    Kirchheim unter Teck
  • Generalplanung
    BANKWITZ ARCHITEKTEN
  • Leistungsphasen
    1 - 9 nach HOAI
  • Bauzeit
    11/2016-03/2018


Die Martinskirche in Kirchheim unter Teck wird bereits seit dem Jahr 2012 durch Instandsetzungsmaßnahmen für nachfolgende Generationen erhalten. Während im ersten Bauabschnitt das Dach der Kirche erneuert wurde, befasste sich der zweite Bauabschnitt mit der Instandsetzung der Fassade.

Beschreibung des Projekts
Für den Erhalt der Martinskirche, dem Wahrzeichen von Kirchheim unter Teck, trägt die Evangelische Gesamtkirchengemeinde schon seit vielen Generationen die Verantwortung. Der Erhalt des Gebäudes für kommende Generationen soll durch eine Instandsetzung und Modernisierung in den nächsten Jahren sichergestellt werden. Nach eingehenden Untersuchungen der vorhandenen Bausubstanz wurde ein Gesamtkonzept für die Instandsetzung entwickelt, das seit 2012 schrittweise umgesetzt wird.

Der erste Teil der Maßnahmen aus dem Gesamtpaket umfasste die Instandsetzung und
Modernisierung des Daches und der tragenden Holzkonstruktion. Diese Maßnahme wurde im Juli 2014 abgeschlossen.

Im darauf folgenden Bauabschnitt II wurde die Fassade der Martinskirche saniert. Zunächst wurde hierfür eine Schadenskartierung der Fassade durchgeführt. Beschädigte Steine wurden durch Risssicherungen oder Antragungen entsprechend konserviert. Teilweise mussten auch Steine ausgebaut und durch neue ersetzt werden. Aufgrund des Anbringens von Außenschutzverglasungen mussten die Fenster im Chor versetzt werden. Hierbei wurde auf einer der Scheiben eine Innschrift aus dem Jahr 1877 gefunden.

Eine besonders wichtige Maßnahme stellte die Sanierung der drei farbigen Fenster des Chors dar. Das mittlere, zum Reformationsgedanken 1883 eingebaute Glasfenster sowie die beiden seitlichen Glasfenster von 1904, mit Szenen aus dem Leben Jesu, wurden von der Glasrestaurierungs-Firma Rothkegel in Würzburg fachmännisch restauriert. Die langjährige Erfahrung der dortigen Restauratorin, Petra Ullrich, war gefragt, um Schäden der vergangenen Jahrzehnte zu identifizieren und fachgerecht zu beseitigen. Dabei bestand ein enger Kontakt mit Fachleuten der Denkmalpflege, welche durch regelmäßige Besuche in der Werkstatt die weitere Vorgehensweise am Objekt berieten. Nach dem Urteil der Fachleute hatte sich herausgestellt, dass die Glasmalereien der Chorfenster von weit höherer künstlerischer Qualität sind als zunächst angenommen!

Während zunächst die farblosen Fenster des Chores gereinigt, defekte Gläser ausgetauscht und mit einem Montagerahmen aus Messing versehen wurden, galt es, die vorliegenden Schäden an den Malereifenstern kenntlich zu machen, zu kartieren und natürlich weitestgehend zurückzuführen. Das größte Rätsel gab ein nicht eingebrannter Überzug aus Kalk-Kaseinfarbe auf, welcher mit Ausnahme von Gesichtern und Händen beinahe flächig auf dem Chorscheitelfenster aufliegt. Nach eingehender Begutachtung stellte sich heraus, dass dieser Überzug eine fehlgeschlagene Reinigungsmaßnahme überdecken soll, bei welcher das Scheitelfenster mit scharfen Reinigungsmitteln unbekannter Art abgewaschen wurde und die originalen Malschichten zerstört wurden. Der Kaltüberzug soll diesen Fehler kaschieren. Dieser Überzug wird jedoch auf den Fenstern verbleiben, da er zur Geschichte der Fenster gehört und ein Zeugnis des allgemeinen Umgangs mit Glasmalereien in der Vergangenheit ist.

Besonderheiten
- Umsetzung in mehreren Bauabschnitten
- Umsetzung im laufenden Betrieb
- sehr enge Zusammenarbeit bzw. Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt (beispielsweise im März 2017 beim Besuch der Firma Rothkegel, wobei der Reinigungs-, Renovierungs- und Instandsetzungsgrad der Fenster festgesetzt wurde)


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  • Glücklich sein hängt nicht davon ab,dass wir bekommen,was wir nicht haben,sondern davon,wie gut wir nutzen,was wir haben
    Thomas Hardy
  • Wohnbau gewerblich/privat / 11/2018 / 73230 Kirchheim unter Teck
    Neubau Wohn- und Geschäftshaus, Konzept 5.0
    Kolbstraße 34+36, Kirchheim unter Teck
    Als erstes Bauprojekt im neu entwickelten Steingauquartier in Kirchheim unter Teck entstand mit dem "Konzept 5.0" ein städtebaulich markantes Gebäude an der Ecke Kolbstraße und Henriettenstraße.
  • Laufendes Projekt / 73230 Kirchheim unter Teck
    Neubau Wohn- und Geschäftshaus, Hindenburgstraße 34, Bauteil C
    Erweiterung Eisbärhaus, Kirchheim unter Teck
    Das Grundstück "Hindenburgstraße 34" wurde im Jahr 2018 erworben, um das Eisbärhaus durch einen Neubau räumlich zu vergrößern. Auch bei dem Neubau steht der Eisbär als Vorbild für ein natürlich effizientes Energiekonzept. Wie bereits das Eisbärhaus ist auch das Bauteil C als Passivhaus konzipiert, wodurch sowohl im Winter als auch im Sommer eine behagliche Temperatur erreicht wird. Und das ganz ohne konventionelles Heiz- bzw. Klimatisierungsystem!