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Wettbewerbe / 03/2019 / 74382 Neckarwestheim
Nichtoffener Wettbewerb
Neubau Kindergarten Nahweg, Neckarwestheim
Durch die aktuell steigende Geburtenrate und die Entwicklung von neuen Baugebieten rechnet die Gemeinde Neckarwestheim mit einem langfristigen Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen für Kleinkinder und Kinder. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die Gemeinde Neckarwestheim die Errichtung eines Kindergartens mit 4 Kindergartengruppen in einem Neubau am Standort "Nahweg".
Nichtoffener Wettbewerb

Neubau Kindergarten Nahweg, Neckarwestheim

Fakten
  • Bauherrschaft
    Gemeinde Neckarwestheim


Durch die aktuell steigende Geburtenrate und die Entwicklung von neuen Baugebieten rechnet die Gemeinde Neckarwestheim mit einem langfristigen Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen für Kleinkinder und Kinder. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die Gemeinde Neckarwestheim die Errichtung eines Kindergartens mit 4 Kindergartengruppen in einem Neubau am Standort "Nahweg".

Beschreibung des Projekts
KONZEPT UND ENTWURFSGEDANKE:
Die Lage des Baufensters eröffnet uns eine wunderbare Möglichkeit, das Gebäude von Norden her zu betreten. Dieser Platz kann optimal als ein öffentlicher Platz eingerichtet werden und als Vorplatz mit Aufenthaltsmöglichkeiten dienen. Die Anlieferung des Catering wird über die Parkplatzfläche abgewickelt, ohne den täglichen Betrieb im Geringsten zu stören.

Auf den ersten Blick erweckt die Fassade des Kindergartens den Eindruck von zwei unterschiedlichen Baukörpern, die zusammengewachsen sind. Zum einen der zweigeschossige Holzhybridbau mit Gründach, verputzten Holz-Dämmständerwänden und Decken aus Recyclingbeton, in dem die gemeinsam genutzten Bereiche und Personalräume untergebracht sind. Zum anderen das eingeschossige Holzgebäude mit Satteldächern, in der sich die Gruppenräume finden lassen.

Das Entwurfskonzept sieht vor, die verschiedenen Nutzungsbereiche räumlich voneinander zu trennen, sie jedoch dennoch durch einen multifunktionalen Flurbereich miteinander zu verbinden. Er ist Kommunikationsraum und zugleich Bindeglied zwischen den beiden Gebäudeteilen.

Ein großzügiger Eingangsbereich empfängt die Kinder und Eltern freundlich. Das Foyer dient als Elterntreff und Warte- bzw. Informationsbereich, indem den Eltern die Möglichkeit gegeben wird, sich kurz und ungezwungen mit anderen zu treffen. Direkt daran angegliedert ist das Leitungsbüro mit Besprechungsraum, der durch die direkte Verbindung zum Eingangsbereich für Elterngespräche genutzt werden kann.

Im Anschluss an das Foyer eröffnet sich der Kindergarten mit einem großen Flur und Aufenthaltsbereich für „offenes Spielen“, von dem aus die Gruppenräume erschlossen werden. Trotz der eigentlich getrennten Gruppen entsteht so eine zusätzliche „Bewegungszone“ und somit ein gemeinschaftlicher Spielbereich im Inneren. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl aller Gruppen wird hierdurch verstärkt. Der Verbindungsflur wird über eine Dachverglasung mit natürlichem Licht versorgt und führt am Ende zu dem gemeinsamen Freibereich.

Das Erdgeschoss beherbergt zwei Nutzungsbereiche. Im Flurbereich und dem zweigeschossigen Gebäudeteil lassen sich die gemeinsam genutzten Räume des Kindergartens finden. Hierzu zählen: ein großzügiges Foyer inklusive Elterntreff, das Besucher WC, der Essbereich mit Küche und ein Mehrzweckraum. Lagermöglichkeiten sowie der Technik-, Putz- und Hauswirtschaftsraum sind ebenfalls dort untergebracht. Optional besteht die Möglichkeit, den Mehrzweckraum, den Essbereich sowie den großzügigen Flur bei Bedarf miteinander zu verbinden und diese zusammenhängende Fläche für Feste und Veranstaltungen zu nutzen.

Im südlichen, eingeschossigen Gebäudeteil finden alle vier Gruppeneinheiten Platz. Jede Gruppeneinheit besteht aus einem Gruppenraum, einen Kleingruppenraum und einem Materialraum. Jeweils zwei Gruppeneinheiten werden zu Paaren zusammengeschlossen, sodass die Garderobenbereiche sowie die Schlaf- und Sanitärräume als gemeinsam genutzte Räume fungieren. Alle Gruppenräume orientieren sich konsequent nach Süden. Der den Dachvorsprung sorgt für einen baulichen Sonnenschutz, so dass für eine optimale natürliche Belichtung der Gruppenräume gesorgt ist, ohne dass die steil stehende Sommersonne die Räume zu stark aufheizt.

Über eine einläufige Treppe oder barrierefrei über einen Aufzug gelangt man in das Obergeschoss des Gebäudes. Direkt dem Treppenhaus und dem Aufzug zugeordnet befinden sich die Lern- bzw. Kreativräume. Die Personalräume sind bewusst von den Kreativräumen abgegrenzt und bilden eine eigene unabhängige Einheit, welche von Kindern nicht betreten werden muss. Dort können sich die Mitarbeiter ungestört aufhalten. Der zweite bauliche Rettungsweg ist an der Westfassade gelegen und führt von den Personalräumen ins Freie.

Der Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen kann zukünftig durch einen möglichen Anbau gedeckt werden. Dieser dritte Baukörper wird an den bestehenden zweigeschossigen Gebäudeteil angeschlossen, jedoch im Stil der Gruppenräume ebenfalls in Holzbauweise errichtet.

Klar definierte Nutzungsbereiche; ein repräsentativer großzügiger Eingangsbereich; vielfältige und vor allem sichere Spielbereiche; helle Räume mit behaglicher Temperatur und ein kostengünstiges Energiekonzept schaffen eine angenehme Atmosphäre für Menschen jeden Alters – aber ganz speziell für die ganz Kleinsten.