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Laufendes Projekt / 73230 Kirchheim unter Teck
Umbau und Erweiterung
Betriebsgebäude Stadtwerke
Da die Stadtwerke Kirchheim unter Teck ihre Geschäftsfelder ausweiten sollen und zugleich mehr Platz benötigen, wurde unser Büro mit dem Umbau und der Erweiterung des Betriebsgebäudes in der Hans-Böckler-Straße beauftragt. Ziel ist es, den technischen Betrieb und die Verwaltung an einem Standort zusammenzuführen. Das nachhaltige Leuchtturmprojekt vereint gleich mehrere Aspekte des umweltgerechten Bauens: Holzbauweise, Photovoltaik sowie regenerative Energien für Heizung, Kühlung und Lüftung inkl. Wärmerückgewinnung.
Umbau und Erweiterung

Betriebsgebäude Stadtwerke

Fakten
  • Bauherrschaft
    Stadtwerke Kirchheim unter Teck
  • Architektenleistung
    BANKWITZ beraten planen bauen
  • Leistungsphasen
    1 - 9 nach HOAI
  • Bruttogrundfläche
    1.074 m² (Bestand), 474 m² (Umbau), 888 m² (Neubau)


Da die Stadtwerke Kirchheim unter Teck ihre Geschäftsfelder ausweiten sollen und zugleich mehr Platz benötigen, wurde unser Büro mit dem Umbau und der Erweiterung des Betriebsgebäudes in der Hans-Böckler-Straße beauftragt. Ziel ist es, den technischen Betrieb und die Verwaltung an einem Standort zusammenzuführen. Das nachhaltige Leuchtturmprojekt vereint gleich mehrere Aspekte des umweltgerechten Bauens: Holzbauweise, Photovoltaik sowie regenerative Energien für Heizung, Kühlung und Lüftung inkl. Wärmerückgewinnung.

Beschreibung des Projekts
Ziel des Entwurfes ist es, das Bestandsgebäude und dessen Struktur in die Konzeption des Neubaus mit einzubinden. Gemeinsam mit der Bauherrschaft bzw. den zukünftigen Nutzern wurden in einem Workshop die benötigten Funktionsbereiche der einzelnen Betriebszweige erarbeitet.

Der geplante Erweiterungsbau gibt dem Gebäude der Stadtwerke ein neues „Gesicht“ und schafft eine neue Zugangssituation. Das Erdgeschoss wird über einen zentralen, klar definierten Kundeneingang von der Hans-Böckler-Straße aus erschlossen. Im Bereich zwischen dem Erweiterungsbau und der Straße entstehen sechs Stellplätze, eine E-Ladesäule für Dienstfahrzeuge, Fahrradabstellplätze und Grünflächen.

Der Eingangsbereich ist bewusst großzügig gestaltet und bildet das Herzstück des Neubaus. Unmittelbar angrenzend an den Empfang mit zwei Arbeitsplätzen, entstehen Kunden-WCs sowie eine Teeküche für Mitarbeiter. Diese kann ebenso zur Bewirtung von Gästen dienen. Durch mobile Trennwände ist der große Besprechungsraum dem Empfangsbereich zuschaltbar, um das Foyer für größere Präsentationen oder Veranstaltungen zu nutzen.

Im südlichen Bereich des Erdgeschosses ist ein separater Nebeneingang für Monteure und Büromitarbeiter vorgesehen. Zudem entsteht hier ein Aufenthaltsbereich mit überdeckter, geschützter Außenterrasse. Durch eine flexible Möblierung wird dieser Raum als Teil der „Arbeitswelten-Idee“ nicht nur zu Pausenzwecken sondern auch zum Arbeiten genutzt werden können.

Im 1. Obergeschoss erschließt ein umlaufender Galeriegang die neuen sowie bestehenden Büroräume. Neben Doppel- und Großraumbüros ist eine Fläche mit flexibler Nutzung (Besprechungen, Arbeitsmöglichkeiten, Teamraum, Fachbücher etc.) geplant, die mittels beweglicher Trennwandelemente angepasst werden kann. Die Ost-West-Orientierung der Büros vereinfacht den sommerlichen Wärmeschutz.

Im 2. Obergeschoss steht eine Nettoraumfläche von ca. 186 m² zur freien Einteilung zur Verfügung, die ggf. separat vermietet werden kann. Über das an der Außenwand liegende Treppenhaus mit Aufzug wird diese Fläche barrierefrei und unabhängig vom Haupteingang der Stadtwerke erschlossen. Zusätzlich ist im 2. OG der Einbau eines WC- und Teeküchenbereichs vorgesehen. Die Nachhaltigkeit des Bauvorhabens umfasst dadurch auch die Möglichkeit zukünftiger Entwicklungen der Stadtwerke Kirchheim unter Teck. So werden bereits jetzt die Voraussetzungen geschaffen, um weitere Betriebszweige und Mitarbeiter im Gebäude unterzubringen.

Die im bestehenden Unter- und Erdgeschoss organisierten Sozial- und Archivräume können im Konzeptansatz größtenteils ohne umfangreiche Baumaßnahmen integriert werden.

NACHHALTIGKEIT:
Das Gebäude wird beispielhaft für nachhaltige Bauweise und als „Leuchtturm-Projekt“ vorbildlich in Erstellung und Betrieb sein. Die Auswahl ökologischer und nachhaltiger Baustoffe trägt im Innenraum zu einem angenehmen Raumklima und Außen für geringen Pflege- und Wartungsaufwand bei.

Der Neubau ist in Holzbauweise mit tragenden Holzstützen und -decken geplant, wobei je Geschoss vier Stahlträger unsichtbar im Deckenaufbau integriert werden. Dies ermöglicht flexible, offene Grundrisse und eine Deckenuntersicht ohne Unterzüge. Die Außenwände werden in Holzrahmenbauweise errichtet. Die vorgesehene Holzfassade ist die logische Fortsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens und dokumentiert diesen sichtbar nach außen.

Das Flachdach aus Brettsperrholz wird mit Mineralwolle gedämmt und extensiv begrünt. Die Begrünung unterstützt neben ökologischen Gesichtspunkten die Regenwasserrückhaltung bzw. -pufferung, dämmt im Winter, dient im Sommer als Hitzeschutz und trägt so als natürliche Klimaanlage zu Energieeinsparungen bei. In Kombination mit Photovoltaik erhöht sich durch die Kühlleistung der Begrünung die Effektivität der Photovoltaikanlage.

Der Luftraum mit der frei eingestellten Treppe stellt nicht nur die Verbindung vom Foyer ins 1. Obergeschoss dar, sondern trägt durch sein Volumen auch positiv zum Gesamtklima des Gebäudes bei. Der verglaste Dachbereich schafft optimale Belichtungsverhältnisse innerhalb des Gebäudes. So sorgt die Verglasung des „Atriums“ nach Norden für eine gleichmäßige natürliche Belichtung der Innenzonen, vermeidet durch seine Ausrichtung jedoch großen Wärmeeintrag in den Sommermonaten.

Treppenhaus und Aufzug werden zur Aussteifung und aus Brandschutzgründen in Massivbauweise errichtet. Im Untergeschoss kommt hierfür wasserundurchlässiger Beton und in den Erd- und Obergeschossen Recycling-Beton zum Einsatz.