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Wettbewerbe / 08/2019 / 88239 Wangen im Allgäu
Nichtoffener Wettbewerb
Neubau Kindergarten
Die Stadt Wangen im Allgäu ist im Jahre 2024 Ausrichterin der Landesgartenschau Baden-Württemberg. Im Zuge der Landesgartenschau soll neben einer neuen Reitanlage und einer Wohnbebauung, im Wohngebiet in den Auwiesen ein neuer Kindergarten entstehen. Die Neubebauung soll einen wichtigen Ausstellungsbeitrag zu den Themen Innovation Holzbau, nachwachsende Rohstoffe, Klimaschutz, Nachhaltigkeit und zukunftsorientierte Bauformen darstellen.
Nichtoffener Wettbewerb

Neubau Kindergarten

Fakten
  • Bauherrschaft
    Landesgartenschau Wangen im Allgäu 2024 GmbH
    unter Mitwirkung der Stadt Wangen im Allgäu


Die Stadt Wangen im Allgäu ist im Jahre 2024 Ausrichterin der Landesgartenschau Baden-Württemberg. Im Zuge der Landesgartenschau soll neben einer neuen Reitanlage und einer Wohnbebauung, im Wohngebiet in den Auwiesen ein neuer Kindergarten entstehen. Die Neubebauung soll einen wichtigen Ausstellungsbeitrag zu den Themen Innovation Holzbau, nachwachsende Rohstoffe, Klimaschutz, Nachhaltigkeit und zukunftsorientierte Bauformen darstellen.

Beschreibung des Projekts
ENTWURFSGEDANKE:
Das Planungsgrundstück befindet sich inmitten des neu entstehenden Wohngebiets Auwiesen, das Teil der Landesgartenschau in Wangen im Allgäu wird. Das geplante Kitagebäude ist im Süden als Abgrenzung zum Auwiesenweg geplant. Der Freibereich orientiert sich, wie die Gruppenräume, nach Norden, um eine natürliche Verschattung durch das Gebäude selbst zu gewährleiten.
Die Lage des Baufensters eröffnet eine gute Möglichkeit das Gebäude vom südlich gelegenen Auwiesenweg her zu betreten. Betreten wird das Gebäude über das verglaste Verbindungsglied zwischen der Einheit Kindergarten im Westen und der Verwaltung im Osten. Dem Vorbeifahrenden bietet sich erst die geschlossene Fassade des Verwaltungsblockes dar. Anschließend stehen die verglaste Verbindungszone mit der großzügigen Treppe und die südliche Fassade der Kita im Fokus.

RÄUMLICHE GLIEDERUNG:
Der kleine Vorbereich des Eingangs leitet direkt in den hinter der Glasfassade liegenden großzügigen Eingangsbereich über. In diesem befinden sich neben dem Kinderwagenabstellplatz auch die Elterninformationszone und ein Spielbereich für die Kinder. Im westlichen Teil des Gebäudes wird der ebenerdige Kitabereich für die U3-Gruppe und die barrierefreie Gruppe direkt über den Marktplatz erschlossen. In diesem Gebäudeteil befindet sich auch direkt an den Marktplatz angegliedert, der Essensbereich mit Kinder- und Verteilerküche. Die Anlieferung für die Verteilerküche erfolgt südwestlich über den Vorplatz direkt zur Küche und zum Lager. Im Osten sind die Verwaltung, Personalräume, der Elternraum und der Soziale Dienst angeordnet. Diese sind mittels des zwischengeschalteten Marktplatzes räumlich von den Kitaräumen getrennt. Im Erdgeschoss wird der Freibereich direkt über die Bodentiefen Fenster erreicht und somit ein direkter Zugang ins Freie geschaffen. Der Spielbereich ist in zwei Teile untergliedert: den U3-Bereich und den Bereich der 3-6 Jährigen. Im Freibereich gibt es einzelne „Inseln“, die mit unterschiedlichen Funktionen und Geräten bespielt sind und zum Spielen und Toben einladen sollen. Das Obergeschoss untergliedert sich wieder in die drei Zonen des Erdgeschosses. Hier beherbergt der westliche Teil die Gruppenräume für die 3-6- Jährigen und der östliche Bereich die Funktionsräume Malen und Werken, sowie den gemeinsam genutzten Materialraum. Über einen vorliegenden Laubengang gelangt man über eine Treppe an der Westseite des Hauses in den großzügigen im Norden liegenden Freibereich. Dieser wird optimal durch das Bauwerk verschattet. Die Gruppenräume und Nebenräume sind nach Norden orientiert, um den sommerlichen Wärme- und Blendschutz zu gewährleisten. Die Schlafräume hingegen sind nach Süden orientiert und werden durch textile Sonnenschutzscreens verschattet. Im Freibereich können die meisten Bestandsbäume bestehen bleiben und ergänzen den Freibereich zusätzlich.

MATERIALITÄT:
Das Gebäude ist ein Holzbau in Holzelementbauweise. Wände und Fassade können im Werk vorgefertigt und vor Ort in geringer Zeit zusammengefügt werden. Die Fassade wird als Holzständerwerk mit Holz-Alu-Fenstern oder Pfosten-Riegelfassade ausgeführt. Diese erhält zum Großteil eine Holzschalung mit unbehandeltem sägerauem, regionalem Holz. Die allgäuer Tanne eignet sich hervorragend um die Fassaden und Wandbekleidung auszubilden. Als Naturstoff sorgt die heimische Baumsorte nicht nur für ein angenehmes Innenraumklima, sondern durch seine Robustheit auch für eine wartungsarme langlebige Fassade. Im Innenraum sorgen das Massivholzparkett, die sägeraue Wandverkleidung und die abgehängte Holzpaneeldecke mit Holzweichfaserdämmplatten für die Vervollständigung des Materialkonzeptes. Die Fenster und die Pfosten-Riegel-Fassade werden in Dreifachverglasung mit Holzrahmen ausgeführt.

NACHHALTIGKEITSKONZEPT:
Das Gebäude wird als Passivhaus geplant und erhält somit eine sehr gute Energiebilanz über den kompletten Lebenszyklus. Durch das verwendete Material Holz werden sowohl Umwelt als auch Klima geschont und die Baumaterialien können recycelt werden.
Die Wärmebereitstellung erfolgt über das kommende Nahwärmenetz der Stadtwerke Wangen. Die Wärmeübertragung wird mittels Fußbodenheizung erfolgen. Die abgehende Wärmestrahlung ist sehr angenehm für den menschlichen Organismus und schafft ein behagliches Raumklima. Gerade für krabbelnde und spielende Kinder ist diese Heizung ideal. Die Warmwassererzeugung ist mit mehreren dezentralen Durchlauferhitzern geplant.
Eine dezentrale Lüftung über mehrere Geräte mit 90 prozentiger Wärmerückgewinnung ist vorgesehen. Die Lüftungsanlage hat einen sehr geringen Stromverbrauch und kann in der Wand integriert werden. Energie- und Wärmeverlust durch Fensterlüftung wird somit unterbunden und es entsteht ein behagliches Raumgefühl. Durch die geplante Grauwassernutzungsanlage wird Wasser gespart und das Regenwasser optimal genutzt. Hierzu wird am geplanten Fahrradabstellplatz im Süd-Osten des Grundstücks ein großer Tank geplant, der mit Regenwasser gefüllt wird.
Die graue Energie, die in dem Gebäude steckt, amortisiert sich über die Nutzungsdauer und Einsparung der benötigten Energie. Der ungenutzte Strom, der von der Photovoltaik-Anlage produziert wird, kann in das allgemeine Netz eingespeist werden.
Das Ziel der Planung war ein Gebäude, das trotz der Trennung von „öffentlich zugänglichen“ Bereichen und deren Funktionen eine Gesamteinheit, beziehungsweise einen Gesamtkomplex bildet. Die Verbindungszone zwischen den beiden Gebäudeteilen: dem östlichen mit Verwaltung im Erdgeschoss und Gemeinschaftsräume im Obergeschoss und dem westlichen Teil mit den Gruppeneinheiten dient sowohl als Bindeglied, wie auch als Treffpunkt für die Nutzer.