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Wettbewerbe / 04/2021 / 73252 Lenningen
Nichtoffener Wettbewerb
Neubau Kinderhaus Oberlenningen
Gegenstand des Wettbewerbs war die Planung eines Kinderhauses mit sechs Gruppen und der zugehörigen Außenanlagen. Eine weitere Kitagruppe sollte als Erweiterungsmöglichkeit vorgesehen werden. Darüber hinaus sollten Räumlichkeiten für die Schulkindbetreuung für die benachbarte Grundschule entworfen werden.
Nichtoffener Wettbewerb

Neubau Kinderhaus Oberlenningen

Fakten
  • Bauherrschaft
    Gemeine Lenningen
  • Visualisierung:
    Renderbar


Gegenstand des Wettbewerbs war die Planung eines Kinderhauses mit sechs Gruppen und der zugehörigen Außenanlagen. Eine weitere Kitagruppe sollte als Erweiterungsmöglichkeit vorgesehen werden. Darüber hinaus sollten Räumlichkeiten für die Schulkindbetreuung für die benachbarte Grundschule entworfen werden.

Beschreibung des Projekts
ENTWURFSGEDANKE:
Das Wettbewerbsgebiet erfährt eine starke Lärmbelastung durch die direkt angrenzende Bundesstraße. Das Konzept ermöglicht die größtmögliche Orientierung der Gruppenräume zur Sonne. Fuß- und Radwegeverbindungen werden benötigt, damit Kinder jeden Alters sicher an ihr Ziel kommen.
Das Konzept des Kinderhauses reagiert auf die wichtigen städtebaulichen Rahmenbedingungen und integriert die Erkenntnisse aus der Umgebungsanalyse. Es erhält eine lange Fassade zur Bundesstraße, die den Lärmschutz des Innenhofes ermöglicht, gleichzeitig wird sie durch ihre Dachlandschaft aus mehreren aneinandergereihten Giebeln kleinteilig gehalten und erhält die ortsübliche Giebelfront zur Straßenkreuzung.
Diese Dachlandschaft erstreckt sich ins Innere des Wettbewerbsgebietes und erhält am Quartiersplatz wieder ein Satteldach, dessen Giebel sich zum Platz orientiert. Das Ensemble greift ein Element der bestehenden Grundschule auf.
Es entsteht ein kleiner Brückenschlag mit Blickbezug zum Bestand. Das zum Platz orientierte Gebäudeteil der Kita beherbergt vier der sechs Gruppenräume mit zugehörigen Nebenräumen; alle sind nach Süd-Osten orientiert.

RÄUMLICHE GLIEDERUNG:
Der Hauptzugang zur Kita erfolgt über den autofreien Quartiersplatz. Die Steinstraße ist nur für Anwohner befahrbar, somit besteht eine sehr sichere Fußwegverbindung zu Kita und Schule. Die notwendigen Parkplätze werden direkt vom Burgtobelweg angefahren. Hier kann auch der Hol- Bring-Verkehr erfolgen. Die Parkplatzerschließung in Form einer Umfahrt vermeidet Wendemanöver und trennt Ausparkende vom Fußgängerverkehr. Hol-Bring-Verkehr erfolgt ebenfalls über diese Umfahrt, der Rest des Weges zu Kita und Schule ist dann autofrei.
Im größten Gruppenraum ist viel Gelegenheit zum Austoben. Eine Empore von einer Giebelseite zur anderen bietet eine tolle Aussicht. Taue, eine Kletterwand sowie eine Schaukel bieten den Kindern, die in der Schule lange gesessen haben, vielseitige Möglichkeiten sich zu bewegen.
Die Garderobe ist großzügig und freundlich gestaltet. Aufgrund der offenen Konzeption führen mehrere Wege hindurch in Richtung Außenspielbereich und Bistro.
Der Eingang in die Kita führt vom Platz aus direkt in das teilweise doppelgeschossige, helle Foyer mit Blick in Richtung Grundschule. Im EG ist der Mehrzweckraum angeschlossen, im Obergeschoss können die Kinder der Ü3 Gruppe den Besuchern zuwinken.
Die beiden Essbereiche der Kita sind räumlich um ein zusätzliches „Außenspeisezimmer“ angeordnet. Die Kräuter und das Gemüse aus dem Beet haben hier einen besonderen Alltagsbezug. Der Weg zu gemeinsamen Wirtschaftsküche in der Schulkindbetreuung ist kurz. Die Anlieferung liegt im Nordosten direkt an der Wirtschaftsküche und ist getrennt von allen anderen Zugängen.

NACHHALTIGKEITSKONZEPT:
Die Ausführung der Gebäude mit einem Tragwerk in Holzhybridbauweise würde gegenüber der Massivbauweise eine Einsparung von 27 % an Emissionen, die zum Treibhauseffekt beitragen, mit sich bringen. Das Treibhauspotenzial der vorgesehenen Tragkonstruktion in holzbauweise ist sogar um 84 % geringer als das einer Tragkonstruktion in Massivbauweise. Ähnlich hoch ist die Einsparung an nicht erneuerbarer Primärenergie.
Als Energieträger für Heizzwecke ist die natürliche Wärme einer Solarkollektoranlage, verbunden mit der Speicherung und Nutzung eines geothermischen Erdspeichers, vorgesehen. Die Nutzung der Erdwärme erfolgt über eine Wasser - Wasser Wärmepumpe mit elektrischem Antrieb. Die Wärmeübertragung erfolgt über eine Fußbodenheizung, die im Sommer auch für moderate Kühlung des Gebäudes eingesetzt werden kann. Raumlufttechnische Anlagen sind ein wesentlicher Bestandteil moderner energieeinsparender Gebäudeversorgungssysteme. Die RLT Anlage sichert die Außenluftversorgung für die Nutzer ab und führt Gerüche und Schadstoffe aus dem Gebäude heraus. Die kontrollierte Be- und Entlüftung führt zur Einsparung von Energie durch Wärmerückgewinnung aus der abgeführten Luft. Der Wärmerückgewinnungsgrad wird auf rund 80 % festgelegt.
Vergleicht man den klimaneutralen Gebäudebetrieb unter Einbezug der Gebäudekonstruktion, zeigt sich Folgendes: Der CO2-Fußandruck von Gebäuden in Holz-Hybridbauweise liegt 74 % unter dem Wert der Gebäude in Massivbauweise.