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Wettbewerbe / 06/2021 / 71116 Gärtringen
Verhandlungsverfahren
Neubau Kinderhaus Gärtringen
Aufgrund der steigenden Kinderzahlen und der Nachfrage nach Betreuungsplätzen plant die Gemeinde Gärtringen den Neubau eines 7-gruppigen Kinderhauses. Im Rahmen des Wettbewerbs wurden Lösungen gesucht, welche eine der Nutzung angemessene innere Struktur aufweisen. Dabei war die besondere topografische Situation zu beachten (Regenrückhaltebecken; Gebäude muss aufgeständert werden).
Verhandlungsverfahren

Neubau Kinderhaus Gärtringen

Fakten
  • Bauherrschaft
    Gemeinde Gärtringen


Aufgrund der steigenden Kinderzahlen und der Nachfrage nach Betreuungsplätzen plant die Gemeinde Gärtringen den Neubau eines 7-gruppigen Kinderhauses. Im Rahmen des Wettbewerbs wurden Lösungen gesucht, welche eine der Nutzung angemessene innere Struktur aufweisen. Dabei war die besondere topografische Situation zu beachten (Regenrückhaltebecken; Gebäude muss aufgeständert werden).

Beschreibung des Projekts
ENTWURFSGEDANKE
Wie eine Dorflandschaft stehen die drei Baukörper des Kinderhauses am Ortseingang Gärtringens. Dank der gefalteten Dachform und der individuell angepassten Grundrissstruktur entwickelt jeder Baukörper seinen eigenen Charakter und sowohl die Ausrichtung, als auch die Größe ermöglichen eine bestmögliche Funktionaltiät im Inneren. Trotz der Individualität sind alle Baukörper miteinander verbunden und ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Der Charakter der Dorflandschaft wird unterstrichen durch den Sockel, auf dem der Gebäudekomplex steht. Dieser macht es möglich das Gebäude in der Mitte des Regenwasserrückhaltebeckens zu platzieren. Stege, die sowohl zwischen den Baukörpern als auch umlaufend um das Gebäude platziert sind, ermöglichen eine simple und eindeutige Wegeführung und reduzieren gleichzeitig die Verkehrsflächen innerhalb der Baukörper auf ein Minimum.

Durch die unterschiedlichen Körper werden die Funktionsweisen voneinander getrennt und ermöglichen eine sinnvolle Erschließung von außen. So befinden sich im östlichen Baukörper die vier Gruppenbereiche des Kindergartens für die Ü3-Jährigen sowie deren großzügiger Essbereich mit angrenzender Küche. Der westlich daran angegliederte Baukörper beinhaltet die Räume der Krippengruppen für die U3-Jährigen sowie den TAPiR-Bereich. TAPiR steht für "Tagespflege in anderen geeigneten Räumen". Hier bieten Tagesmütter den Kindern eine familiennahe und liebevolle Betreuung in einer Kleingruppe bis zum Eintritt in den Kindergarten an. Im nördlich gelegenen Baukörper sind die gemeinsam genutzten Räume und der Mehrzweckraum untergebracht.

Die Außenkanten der Baukörper orientieren sich an den vorgegebenen Baugrenzen und ermöglichen durch eine größtmögliche Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Grundfläche einen eingeschossigen Grundriss. Durch die Eingeschossigkeit haben alle Gruppenbereiche einen gleichwertigen Zugang zu den Aussenanlagen und alle Räume sind ohne Aufzugs- und Treppenanlagen barrierefrei zu erreichen.

Um überall eine ausreichende Beleuchtung zu garantieren, befindet sich in der Mitte ein offenes Atrium. Die dauerhaften Blickbezüge nach Außen, die sowohl vom Foyer als auch von den Fluren und auch den Schlafräumen gegeben sind, schaffen eine Verbindung zur Natur und geben dem als Holzkonstruktion geplanten Entwurf ein stimmiges Gesamtkonzept.

KONSTRUKTION
Das Gebäude ist als Massivholzkonstruktion konzipiert. Die Konstruktion der Außenwände und der Dächer erfolgt mit Brettstapelholz. Die Außenwände erhalten eine vorvergraute hinterlüftete Weißtannenschalung. Die Außenwände bekommen eine Dämmschicht aus Holzfaserdämmung. Als Trennwände kommen ebenfalls Vollholzwände zum Einsatz. Diese erhalten eine einseitige Installationsebene; auf der anderen Seite kann die Massivholzwand komplett als fertige Oberfläche offen bleiben und benötigt keine sonstige Behandlung. Alle Wand- und Deckenelemente kommen im vorgefertigtem Zustand auf die Baustelle und können daher in einer sehr kurzen Zeit aufgestellt werden. Die Bodenplatte und die Aufständerung auf dem Rückhaltebecken erfolgen in WU-Beton. Die Dachform ist als leicht geneigte Flachdächer konzipiert und erhält einen Aufbau mit Mineralwolledämmung, Bitumenabdichtung und extensiver Begrünung. Auf allen Dachflächen können PV-Module angebracht werden. Die südgeneigten Dächer erlauben eine optimale Fläche für eine flache Modulmontage.