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Wettbewerbe / 02/2018 / 70771 Leinfelden-Echterdingen
Nichtoffener Investorenwettbewerb
Neubau Wohnquartier Schelmenäcker, Leinfelden-Echterdingen
Die Stadt Leinfelden-Echterdingen lobte den Wettbewerb aus, um die Grundstücksflächen des Mischgebietes Schelmenäcker an Investoren, Bauträger oder Wohnungsunternehmen zu veräußern. In diesem Stadtquartier soll ein Wohnquartier mit ca. 200 Wohneinheiten und einem hohen Anteil an sozialem, preisgedämpftem Wohnungsbau sowie innovativen Ansätzen zum Wohnen entstehen. Zusätzlich sind wohnverträgliche gewerbliche Nutzungen in den Erdgeschosszonen vorgesehen.
Nichtoffener Investorenwettbewerb

Neubau Wohnquartier Schelmenäcker, Leinfelden-Echterdingen

Fakten
  • Bauherrschaft
    Stadt Leinfelden-Echterdingen


Die Stadt Leinfelden-Echterdingen lobte den Wettbewerb aus, um die Grundstücksflächen des Mischgebietes Schelmenäcker an Investoren, Bauträger oder Wohnungsunternehmen zu veräußern. In diesem Stadtquartier soll ein Wohnquartier mit ca. 200 Wohneinheiten und einem hohen Anteil an sozialem, preisgedämpftem Wohnungsbau sowie innovativen Ansätzen zum Wohnen entstehen. Zusätzlich sind wohnverträgliche gewerbliche Nutzungen in den Erdgeschosszonen vorgesehen.

Beschreibung des Projekts
N E U E S W O H N E N I M S C H E L M E N Ä C K E R – Q U A R T I E R
Wir antworten als ein Unternehmen, das Teil eines Konsortiums von drei lokal engagierten Wohnungsunternehmen ist, mit einem gemeinsamen Wettbewerbsbeitrag. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen profitiert durch die ganzheitliche Planung und Durchführung sowie das Management des Quartiers aus einer Hand. Bereits zu Beginn haben wir uns auf gemeinsame Leitlinien für das Quartier verständigt:
- Preiswertes Wohnen für alle Schichten, auch für den "Otto-Normalverdiener"
- Neuer Wohnraum für unterschiedliche Lebenskonzepte
- Ressourcenbewusste Planung und innovative Bauweisen
- Regionale Verbundenheit
Die Vorteile einer Mehrzahl unterschiedlicher Investoren, wie z. B. die verschiedenen Netzwerke und ein breitgefächerter Kundenstamm, bleibt der Stadt damit erhalten. Selbstverständlich ist es auch möglich, einzelne Baufelder getrennt zu realisieren.

S T Ä D T E B A U L I C H E H E R A N G E H E N S W E I S E
Die vorgegebene Bebauung betont die Baufeldaufteilung des Grundstücks. Unsere Weiterentwicklung sieht eine Vereinigung der Baufelder zu einem Quartier und die Auflösung der Struktur von Nord nach Süd vor, ohne die Teilbarkeit zu verlieren. Aus diesem Grundgedanken - drei Baufelder, ein Quartier – entstehen neue Qualitäten für das gesamte Grundstück. Mit der Komprimierung der Baumasse auf einen straßenbegleitenden Riegel und gleichartige Punkthäuser, schaffen wir mehr Freiräume auf dem Grundstück und verzahnen die Landschaft im Süden mit dem Grün im Quartier. Die Bewohner leben nicht nur am Grün, sondern im Grünen. Die wichtige Rhythmisierung der Höhen entlang der Max-Lang-Straße haben wir gemäß der Auslobung beibehalten. Durch die Fortführung in den Punkthäusern betonen wir diese zusätzlich. Der Auftakt des Quartiers an den Pausengärten und der Abschluss zu den Ackerflächen im Osten werden durch Hochpunkte markiert. Um die natürliche Belichtung der nördlichen Bebauung zu gewährleisten, staffeln sich die Gebäudehöhen ins Quartier hin ab.
Das Gelände im Baugebiet fällt nach Nordosten hin um ca. ein Geschoss ab. Diese Höhendifferenz nutzen wir für die Planung einer gemeinsamen Tiefgarage auf einer Ebene. Die gesamte Bebauung steht damit auf einem Plateau. Mit dem Höhenversatz schaffen wir auf einfache Weise eine Abgrenzung zur Max-Lang-Straße und zum Straßenverlauf im Osten. Gleichzeitig ermöglichen wir einen ebenen Zugang von den Pausengärten auf das Grundstück. Neben den Zu- und Abfahrten bieten wir - über Treppen in beiden Quartiersplätzen - direkte Zugänge in die Tiefgarage an. Diese werden in die Freiraumplanung mit integriert. Durch diese Dacheinschnitte wird die Tiefgarage zusätzlich natürlich belichtet und belüftet.
Während im Süden ein fließender Übergang ins Quartier geplant ist, grenzen wir im Norden bewusst ab. Verkehrslärm und Gewerbe sollen die Bewohner nicht stören. Das Erdgeschoss ist flexibel nutzbar und öffnet sich ausschließlich zum öffentlichen Straßenraum nach Norden. Die Sockelzonen sind als Arkaden ausgebildet und ermöglichen durch den Witterungsschutz eine vielfältige Nutzung mit Bestuhlung, Ausstellungsflächen, o. Ä. Gezielte Öffnungen im Gebäuderiegel entlang der Max Lang-Straße betonen die Zugänge zum Grundstück und werden als grüne Tore ins Quartier inszeniert.

F R E I A N L A G E N K O N Z E P T
Bei den Freiflächen achten wir auf einen hohen Durchgrünungsgrad und vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten von Sitzbereichen und Spielflächen bis zur Liegewiese. Angekommen durch die grünen Tore verknüpft die Magistrale die drei Baufelder miteinander. Diese wird von einer linearen Pflanzfläche, dem grünen Band und einer großzügigen Sitzkante, begleitet. Die Sitzkante dient über zurückgesetzte Öffnungen als zusätzliche Belüftung für die Tiefgarage. Angelagert an die Magistrale bieten zwei Quartiersplätze zusätzliche Aufenthaltsqualität für die Bewohner. Mit den drei im Süden vorgesehenen Spielflächen greifen wir die Formensprache der angrenzenden Freianlagenplanung auf.
Der Innenbereich des Quartiers wird bewusst von PKW-Verkehr freigehalten, sodass die Bewohner den Freiraum parkartig ohne Einschränkungen nutzen können. Über die östliche Spange der Pausengärten wird das Quartier für die Feuerwehr südseitig erschlossen. Diese Zufahrt kann bei Bedarf auch für Umzüge o. Ä. genutzt werden.
In den großzügigen Treppenanlagen sind integrierte Rampen vorgesehen. So kann das Quartier über die drei Zugänge entlang der Max-Lang-Straße barrierefrei erschlossen werden. Die drei durchgängigen Wegeverbindungen verknüpfen die Max-Lang-Straße mit dem Landschaftsraum im Süden.
Die Entwässerung der befestigten Flächen auf der Tiefgarage erfolgt weitestgehend über die Intensivbegrünung auf die Drainschicht. Dadurch ist eine zeitliche Drosselung des Abflusses bereits gegeben. Die Wegeflächen im Süden, im Bereich der nicht unterbauten Fläche, werden seitlich in die Vegetation entwässert. Lediglich die drei Plätze im Bereich der Zugangstore und der Arkaden werden an jeweils eine Zisterne mit ausreichendem Retentionsvolumen und Drosselabfluss angeschlossen.

A R B E I T E N - W O H N E N - L E B E N I M Q U A R T I E R
Zentraler Bestandteil des Konzeptes ist die integrative Quartiersarbeit, die soziale Angebote zum Inhalt hat. Neben dem klassischen Quartiersmanagement ist eine zentrale Gemeinschaftseinrichtung, ein Quartierstreff, als integrativer Stützpunkt mit vielfältigen Angeboten vorgesehen. Die Angebote reichen vom Mittagstisch für Senioren bis zur Schülerhilfe. Ebenso kann ein potenzieller Kooperationspartner eines sozialen Trägers gewerbliche Flächen nutzen. Ein Ärztehaus oder ein Gesundheitszentrum, vorbehaltlich notwendiger Genehmigungen, wären ebenso denkbar. Ziel ist es, Synergieeffekte zwischen den zukünftigen Gewerbetreibenden, den Einzelhändlern und den Bewohnern zu schaffen.

Langriegel (Häuser 1-4):
Neben vielfältigen Nutzungen der Erdgeschosszonen ermöglichen wir durch unterschiedliche Gebäudestrukturen auch unterschiedliche Wohnformen. Der Langriegel nach Norden ist mit einer Laubengangerschließung geplant. Vor den einzelnen Wohneinheiten entstehen Kommunikationsflächen für die Bewohner und gleichzeitig ein "Puffer", der die Wohnungen vor Straßenlärm schützt. Zusätzlich befinden sich auf jeder Etage Abstellräume sowie Wasch- und Kinderwagenabstellräume. Dadurch kann auf eine zusätzliche Unterkellerung dieser Häuser verzichtet werden.
Die Überdachungen zwischen den Gebäuden sind als gemeinschaftlich nutzbare Dachgärten, sogenanntes "Urban Gardening", geplant. Die Häuser sind so konzipiert, dass sie für Sonderwohnformen geeignet sind. Bei den Wohnungsgrundrissen liegt der Fokus auf der sozialen Durchmischung. Die Wohneinheiten variieren von kleinen 1-Zimmer-Apartments bis hin zur großen 7-Zimmer-Wohnung. Unterschiedliche soziale Strukturen und Lebenskonzepte erfordern differenzierten Wohnraum. Wir planen gleichermaßen für den Single, für die Patchwork-Familie, die Wohngemeinschaft aktiver Senioren sowie für andere Lebensentwürfe.

Punkthäuser (Häuser 5-11):
Der Schwerpunkt bei den geplanten Punkthäusern ist es, die Erschließungsflächen zu minimieren und die natürlich belichtete Wohnfläche zu maximieren. Daraus resultiert die Entscheidung, innen liegende Treppenhäuser und Bäder vorzusehen. Die Wohn- und Schlafräume sind hingegen so ausgerichtet, dass die natürliche Belichtung aus mindestens zwei Himmelsrichtungen erfolgt. Bei drei der Punkthäuser starten wir ein Pilotprojekt zur Umsetzung in Holz-Hybrid-Bauweise. Damit gehen wir gemeinsam mit der Stadt Leinfelden-Echterdingen den Schritt in Richtung Planung und Umsetzung innovativer Bauweisen.
Die privaten Freibereiche aller Wohnungen sind bewusst reduziert gehalten, da der Schwerpunkt auf der Nutzung und Gestaltung der gemeinschaftlichen Freiflächen liegt. Die Wohnungsgrundrisse sind so geplant, dass alle Vorgaben der Auslobung, insbesondere hinsichtlich des geförderten Wohnraums (30%) sowie des preisgedämpften Wohnraums in Miete und Eigentum (je 10%), eingehalten werden. Zudem bieten wir an, alle Bindungen schon jetzt auf 30 Jahre zu verlängern. Gegebenenfalls auch darüber hinaus. Weiter sichern wir zu, dass alle frei finanzierten Wohnungen preisgedämpft, unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete, vermietet werden.