Bebauung Martin-Luther-Hof, Nürtingen

  • Bauherrschaft
    Evangelische Gesamtkirchengemeinde Nürtingen
    & Stiftung Tragwerk
  • Generalplanung
    LP 1-9 nach HOAI
  • Bruttogrundfläche
    2.522 m²
  • Kubatur
    8.343 m³
  • Nutzfläche
    1.530 m²
Beschreibung des Projekts
In Nürtingen entstand ein Gebäudeensemble, das sich um einen gemeinsamen Innenhof gruppiert. Die bestehende Lutherkirche wurde saniert und als eigenständig erkennbarer Baukörper in die neue Bebauung des "Martin-Luther-Hofs" miteinbezogen.

Die beiden Gebäudeteile sind durch eine Glasfuge miteinander verbunden. Diese Fuge dient gleichzeitig als zentraler Eingang mit großzügigem Foyer. Im Erdgeschoss des Neubaus entstanden eine 4-gruppige Kinderbetreuungseinrichtung, ein Pfarrbüro mit Sekretariat der Nürtinger Lutherkirchengemeinde sowie barrierefreie WC-Anlagen. Im 1. Obergeschoss des Winkelbaus wurden die Büroflächen für die Jugendhilfeeinrichtungen errichtet. Neben der Erziehungshilfestelle Nürtingen-Stadt findet auch die Bürogemeinschaft Sozialer Dienst, mit den ambulanten Hilfen der Stiftung Tragwerk und des Landratsamtes Esslingen, ein neues Domizil im Martin-Luther-Hof.

Die Neubebauung nutzt Synergieeffekte. Gemäß dem Motto „Nicht nur nebeneinander sondern gemeinsam“ werden die verschiedenen Nutzungen unter einem Dach vereint. So steht der Eingangsbereich mit Foyer sowohl der Stiftung Tragwerk als auch der Lutherkirchengemeinde zur Verfügung. Gleiches gilt für die Besprechungsräume, die sanitären Anlagen, den Kirchen- und Mehrzweckraum sowie die Küche. Im gemeinsam genutzten Innenhof entstehen neben den Spielflächen für die Kinder auch Aufenthaltsmöglichkeiten für die anderen Nutzer.

Der Neubau nimmt die Proportionen der Fensteranlagen und die Materialität der Kirchenfassade auf. Die verputzen Fassaden sind bewusst schlicht gehalten. Nur der Gemeindesaal mit Küche setzt sich farblich vom Rest des Kirchenraums ab. Die Wände des Neubaus sind in Holzrahmenbauweise gefertigt. Um den Vorfertigungsgrad zu erhöhen und die Montagezeit auf der Baustelle zu verkürzen, wurden alle Außenwände im Werk vorgefertigt. Das gesamte Obergeschoss wurde in Holzbauweise und mit einer massiven Holzdecke errichtet. Alle Betonbauteile wurden aus Recyclingbeton hergestellt. Auf dem Dach des Neubaus lässt sich eine Photovoltaikanlage finden.